Titel: Vernickelte Buchdrucklettern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 3 (S. 74–75)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi01_3
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Vernickelte Buchdrucklettern.

Verkupferte Lettern haben längere Dauer, als gewöhnliche Buchdruckertypen, weil das Kupfer die Reibung der Walzen und den Druck der Presse besser erträgt, als die gewöhnliche, viel weichere Legirung von Blei und Antimon. Die auf galvanischem Wege verkupferten Lettern haben jedoch den Fehler, daß sie mit gewöhnlicher Schwärze weniger schöne Drucke geben; auch kann man sie bei einer Anzahl von bunten Buckdruckerfarben, z.B. bei den mit Zinnober dargestellten, gar nicht benutzen, da dieselben einerseits durch das Kupfer entfärbt werden, andererseits das Kupfer selbst stark angreifen und es zerfressen. Nickel dagegen, wird durch Reibung und Druck viel weniger angegriffen, und die mit einer Schicht von diesem Metalle überzogenen Lettern können zum Drucken mit jeder beliebigen Farbe benutzt werden. Ein anderer Vorzug dieser Typen besteht in ihrer Härte, welche beinahe der des Stahles gleichkommt, so daß sie eine zehnfach längere Dauer haben, als gewöhnliche Lettern. – Ueberdieß kommt folgender Umstand in Betracht. Das aus einer Lösung galvanoplastisch niedergeschlagene Kupfer zeigt eine matte Oberfläche und hat das Bestreben zu krystallisiren; läßt man es sich in sehr dünnen Schichten ablagern, so ist seine Oberfläche rauh und uneben. Das Nickel hingegen schlägt sich in ebenen und glatt anzufühlenden Schickten nieder und in Folge davon werden die feinen Linien getreuer wiedergegeben, als durch das Kupfer. Die Vernickelung läßt sich beliebig schwach ausführen, und fällt dabei stets glatt aus. (Chronique de l'Industrie, September 1872, S. 254.)

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