Titel: Kohlebilder auf Gyps- oder Thonplatten; von Richard Jacobsen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 5 (S. 76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi01_5

Kohlebilder auf Gyps- oder Thonplatten; von Richard Jacobsen.

Ein chromirtes Kohlepapier wird unter einer durchsichtig gemachten Zeichnung (einem Holzschnitt, Kupferstich u. dgl.) belichtet. Nach genügender Exposition befreit man es durch rasches Waschen mit Wasser von überschüssigem Chromsalz und legt es dann in nicht zu feuchtem Zustande auf eine ebene Gypsplatte (dargestellt durch Aufgießen von Gypsbrei auf eine Spiegelplatte) mit der Bildseite dem Gyps zugekehrt. Ist das Kohlepapier trocken geworden, so wird das Bild durch beständiges Aufgießen von warmem Wasser vorsichtig entwickelt. Es erfordert letztere Operation etwas Uebung, da leicht durch zu starkes Aufgießen von Wasser die feinen Details des Bildes leiden. Man erhält so von der positiven Zeichnung direct ein positives Bild, da nur die vom Lichte nicht getroffene unzersetzte Gelatine in den Gyps eindrang und ihre Schwärze dort absetzte, während das unlöslich gewordene (negative) Kohlebild vom Wasser fortgespült wurde. Dieses Verfahren könnte, da sich in gleicher Weise wie auf Gyps auch Kohlebilder auf unglasirte Thonplatten übertragen lassen, von Wichtigkeit für Porzellanfabrikanten werden, und zwar nicht nur für Zwecke der Decoration von Porcellangefäßen mit Ornamenten und Zeichnungen in Strichmanier, sondern hauptsächlich für schnelle und correcte Uebertragung von durch Buchdruck u.s.w. erzeugter Schrift. Für das Einbrennen solcher Kohlebilder müßte das Kohlepapier natürlich statt eines Ueberzuges aus Tusche und Gelatine einen solchen aus Schmelzfarben und Gelatine tragen. – Zu den obigen Versuchen benutzte ich das von E. Liesegang in Elberfeld bereitete und hierzu sehr geeignete Kohlepapier. (Jacobsen's chemisch-technisches Repertorium 1871, 2. Halbjahr, S. 99.)

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