Titel: Ueber Sauerstoffbeleuchtung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 8 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi01_8

Ueber Sauerstoffbeleuchtung.

Nach einem Vortrage, welchen Professor E. Mack in Wien im nieder-österreichischen Gewerbeverein über die Fortschritte des Beleuchtungsverfahrens nach Tessié du Mothay gehalten hat, setzt man dort auf dieses Verfahren große Hoffnungen. Der Ingenieur B. Andreae soll bei der Erzeugung des Sauerstoffes einige sehr wesentliche Verbesserungen angebracht haben. Eben so sind die Brenner dahin abgeändert, daß jetzt bei der neuen Schmetterlingsflamme das Leuchtgas in der Mitte, und der Sauerstoff außen ausströmt, während dieß bei dem alten Kerzenflammen- oder Argandischen Brenner umgekehrt war. Auch wird versichert, daß sich die ökonomischen Resultate des Betriebes schon jetzt in der ersten Zeit sehr günstig stellen, doch fehlen die näheren Angaben über die Kosten.

In Paris hat Herr Thomas dem dortigen Vereine von Civilingenieuren über die neue Beleuchtung einen Bericht erstattet, der sich ziemlich gegentheilig ausspricht. Er kommt zu dem Resultat, daß man allerdings im Sauerstoff eine viermal so große Menge verbrennen könne, als in der atmosphärischen Luft, und daß man bei reichen Gasen die volle Leuchtkraft zur Entwickelung bringen könne. Es habe auch |78| nur bei reichen Gasen einen Sinn. Sauerstoff anzuwenden, da sonst der Vortheil an Leuchtkraft weitaus aufgewogen werde durch die Kostspieligkeit und Complicirtheit des Verfahrens. Für große Plätze, öffentliche Mittelpunkte und Festlichkeiten, wo es darauf ankomme, große Quantitäten Gas zu verbrennen ohne daß die Kosten in Betracht kommen, sey die Sauerstoffbeleuchtung sehr vortheilhaft anzuwenden; für die gewöhnliche Beleuchtung sey sie indeß zu kostspielig, ohne entsprechende Vortheile zu bieten. (Schilling's Journal für Gasbeleuchtung, 1872 S. 505.)

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