Titel: Ueber die Extraction des Rapssamens mit Schwefelkohlenstoff.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 11 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi02_11

Ueber die Extraction des Rapssamens mit Schwefelkohlenstoff.

Das bei der Extraction des Rapssamens mit Schwefelkohlenstoff erhaltene Rapsmehl enthält durchschnittlich 2 1/2 Proc. Oel. Der Grad der Entfettung hängt von |159| verschiedenen Umständen ab, welche beim Extractionsverfahren wohl berücksichtigt werden müssen, da man sonst nicht befriedigende Resultate erzielen würde. Einer der wesentlichsten Punkte einer vollständigen Extraction ist die Art der Quetschung des Samens. Ist der Same nicht richtig gequetscht, das heißt, sind nicht alle Oelzellen zerrissen, so kann der Schwefelkohlenstoff in diese nicht eindringen und ihnen das Oel entziehen; dagegen veranlaßt der zu Pulver gequetschte Same Störungen, indem er sich in den Verbindungsröhren und Hähnen der Extractionsapparate ansammelt und diese verstopft. Alter Same muß stärker gequetscht werden als frischer, da bei jenem die eingetrockneten Zellenwände dem Drucke der Quetschwalzen mehr Widerstand leisten; überhaupt ist es von Vortheil, schwere Walzen zum Quetschen des Samens zu verwenden. Ist der Same trocken und frisch, so ist die Extraction am vollständigsten, unvollständig ist sie dagegen bei einem feuchten, unreifen oder sehr alten Samen. Ebenso ist die Dauer der Extraction von Belang; je nachdem die Dauer der Extraction eine oder zehn Stunden beträgt, erhält man bedeutende Unterschiede im Oelgehalt des Rapsmehles, welcher von 1 bis 3 Proc. variiren kann. Ferner ist die Temperatur während der Extraction ebenfalls in's Auge zu fassen, da bei einer Temperatur von 6° C. und darunter das Lösungsvermögen des Schwefelkohlenstoffes ein geringes ist; bei einer Temperatur von 20° C. und darüber verdunstet dagegen ein großer Theil des Schwefelkohlenstoffes, wodurch Spannungen in den Apparaten entstehen, welche für den Gang der Operation sehr hinderlich sind. Endlich ist der Grad der Trockenheit des Schwefelkohlenstoffes bei der Extraction von Bedeutung, indem nasser oder feuchter Schwefelkohlenstoff sein Wasser an den Samen abgibt, wodurch das fernere Eindringen des Schwefelkohlenstoffes erschwert wird. F. Fischer in Riesa. (Deutsche Industriezeitung, 1872, Nr. 37.)

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