Titel: Ein vortrefflicher Firniß aus Hartgummi-Abfällen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 12 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi02_12

Ein vortrefflicher Firniß aus Hartgummi-Abfällen.

Hartgummi, ein Fabricat welches aus Kautschuk und Schwefel dargestellt und heut zu Tage vielfach verwendet wird, ist eben noch nicht übermäßig billig und es ist zu bedauern daß so viele Abschnitzel, Reste und Späne weggeworfen werden. Die Mechaniker haben kistenweise solche Abfälle, welche endlich beseitigt oder verbrannt werden, weil man sie bis jetzt nicht zu verwenden weiß.

Ich mache aus diesen Abfällen einen vortrefflichen Firniß, welcher schnell trocknet, vom schönsten Goldgelb bis zum undurchsichtigen schönen Braun aufgetragen werden kann, und namentlich auf Metall fest hält und für elektrische Apparate gut zu verwenden ist.

Derselbe wird auf folgende Weise bereitet: Abfälle von Hartgummi werden in einen alten eisernen Topf gethan, mit einem Deckel gut zugedeckt und der Topf auf glühende Kohlen gestellt. Nach circa 5 Minuten nimmt man den Topf vom Feuer weg und sieht nach, ob diese Abfälle schon geschmolzen sind. Beim Feuer darf man den Deckel nicht vom Topfe wegnehmen, weil der Rauch der geschmolzenen Masse sich leicht entzündet. Sind die Abfälle so weit geschmolzen, daß sie sich leicht ausgießen lassen und keine ungeschmolzenen Stücke mehr vorhanden sind, was man leicht mit einem Stück dicken Drahtes fühlen und finden kann, so gießt man den geschmolzenen Inhalt des Topfes auf ein Stück Weißblech, welches jedoch vorher eingefettet wird, damit die Masse nach ihrer Erstarrung leicht abspringt.

Das erkaltete Pech wird zerbröckelt, in eine Flasche gethan und mit Benzol, auch mit rectificirtem Terpenthinöl übergossen, – öfter aufgeschüttelt. Nach vollständiger Lösung gießt man die Flüssigkeit von den Unreinigkeiten, welche sich stets im Hartgummi vorfinden und am Boden des Gefäßes liegen bleiben, vorsichtig ab. Dieser Firniß ist vortrefflich. v. B. (Ackermann's Gewerbezeitung, 1872 S. 173.)

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