Titel: Firniß für Korb- und Rohrgeflechte; von Ferd. Rhien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 13 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi02_13

Firniß für Korb- und Rohrgeflechte; von Ferd. Rhien.

Auf Ersuchen eines Korbflechters, welcher namentlich auch die Herstellung feinerer Korbwaaren betreibt, sind Versuche zur Bereitung eines Lackes zum Ueberziehen von geschältem und gefärbtem Rohr angestellt worden, und hat sich folgende Vorschrift als zweckdienlich erwiesen.

|160|

Man erhitzt 25 Grm. gutes Leinöl in einem Sandbade so lange, bis ein Tropfen desselben auf kaltes Metall oder einen kalten Stein gebracht, beim Neigen des letzteren nicht mehr fließt und beim Betupfen mit dem Finger stark fadenziehend erscheint. Alsdann setzt man, anfangs in kleineren Portionen, 500 Grm. fetten Copalfirniß zu, oder auch statt dessen einen anderen fetten Firniß. Das Erhitzen des Leinöles darf nicht zu weit getrieben werden, weil es sich dann nicht mehr vollständig in dem Copallack auflöst und das Gefäß, worin das Erhitzen des Copalfirnisses geschieht, muß geräumig seyn, da beim Zusatz des Copalfirnisses heftiges Aufschäumen stattfindet. Nach dem Erkalten gibt man dem Firniß durch Vermischen mit Terpenthinöl die gewünschte Consistenz. Er trocknet bald, behält hinlängliche Elasticität und läßt sich mit oder ohne Zusatz von Farben anwenden. (Bayerisches Industrie- und Gewerbeblatt, 1872 S. 209.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: