Titel: Ueber eine Ursache von Dampfkessel-Explosionen; von A. W. Helmich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 1 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi03_1

Ueber eine Ursache von Dampfkessel-Explosionen; von A. W. Helmich.

Von Chillingworth's Vermuthung der Ursache von Dampfkessel-Explosionen (polytechn. Journal Bd. CCV S. 487, erstes Septemberheft 1872) kann ich aus eigener Erfahrung die vermuthliche Richtigkeit bestätigen.

Ich wurde z.B. zu einem Papierfabrikanten beschieden, dessen Kessel, bestehend aus Oberkessel von 11 Met. Länge und 1,10 Met. Durchmesser, und zwei Siedern von 0,78 Met. Durchmesser bei 11,3 Met. Länge, fortwährend über dem Feuer undicht war. Nachdem der Kessel innerhalb drei Monaten bereits drei Reparaturen erfordert hatte, war man dazu übergegangen, eine ganz neue Platte über dem Feuer einsetzen zu lassen, welche aber wieder mitten über dem Feuer zu lecken begann. Daß der Kessel Tag und Nacht ungeheuer angestrengt wurde, war kein Grund, in so kurzer Zeit durchzubrennen; ich veranlaßte daher den Fabrikanten zu einer inneren Besichtigung und fand bei derselben, gerade mitten über dem Ausströmungsrohr (dasselbe saß über dem Feuer), eine Kesselsteinkruste von etwa 235 Millimet. Höhe und 340 bis 365 Millimet. Länge, spitz und rund zulaufend, eine tropfsteinartige Bildung, welche sich im Verlauf von vier bis fünf Wochen gebildet hatte. Sofort leuchtete mir ein, daß lediglich die Abführung der Dämpfe durch den einfachen Stutzen die Ursache seyn könne; der Stutzen wurde daher geschlossen, ein Dom auf die Mitte des Kessels gebracht und die Dämpfe durch eine seitlich am Dom angebrachte Oeffnung abgeführt; seitdem hörte die Plattenverbrennung auf. Neben dem Kesselsteinklumpen war fast nicht eine Spur von Stein auf den Nächstliegenden Platten zu finden. Ueberhaupt halte ich die Anbringung der dampfableitenden Stutzen, sey es zum Betrieb oder zum Sicherheitsventil, an den Seiten des Domes für unbedingt nöthig (ich habe seitdem Kessel nie anders construirt), da auf diese Art kein Wirbel entstehen kann. (Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure, 1872, Bd. XVI S. 511.)

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