Titel: Die Umwandlungsproducte der Stärke bei Behandlung mit Malzauszug.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 10 (S. 245)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi03_10

Die Umwandlungsproducte der Stärke bei Behandlung mit Malzauszug.

Die Herren E. Schulze und Märker haben in einer größeren Arbeit über den Brennereiproceß (Journal für Landwirthschaft, 1872 S. 52) nachgewiesen, daß das Ferment des Malzauszuges, die Diastase, nicht wie verdünnte Schwefelsäure die Gesammtmenge des Stärkemehles in Traubenzucker umzuwandeln vermag, sondern unter den günstigsten Umständen und bei großem Ueberschusse des Fermentes nur etwa die Hälfte der theoretisch geforderten Menge von Traubenzucker erzeugt. So erhielten, sie mit wenig Malz 48,9 Proc. Zucker von dem angewandten trockenen Stärkemehl, und bei allmählicher Steigerung der verwendeten Menge von Malzaufguß 51,7 51,7, 51,3 und 51,0 Proc.

Es war also auch bei Anwendung eines sehr großen Ueberschusses von Diastase (Extract von 10 Grammen Malz auf 1 Gramm Stärke) nicht möglich gewesen, die Stärke vollständig in Zucker überzuführen, und es hatte sich eine constante Menge von Zucker aus der Stärke gebildet, welche dem Verhältniß von 1 Aequivalent Zucker zu 1 Aequivalent Dextrin sehr annähernd entspricht. Es ist daher anzunehmen, daß die Einwirkung der Diastase in der Bildung einer constanten Verbindung von Zucker und Dextrin besteht, und daß aus diesem Grunde die Zuckerbestimmungsmethode mit Malzextract principiell zu falschen Resultaten führen muß.

Wir haben uns also die Reaction, welche die Diastase auf das Stärkemehl ausübt, so zu denken:

2 C⁶H¹⁰O⁵ + H²O = C⁶H¹⁰O⁵ + C⁶H¹²O⁶
Stärke. Dextrin. Zucker.

(Der Naturforscher. 1872, Nr. 27.)

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