Titel: Ueber den Einfluß des Druckes auf die Gährung; von H. T. Brown.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 11 (S. 245–246)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi03_11
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Ueber den Einfluß des Druckes auf die Gährung; von H. T. Brown.

Der Verf. fand, daß während der alkoholischen Gährung von Traubensaft oder Malzwürze, außer Kohlensäure, Stickstoff und Wasserstoff, ein Kohlenwasserstoff der aromatischen Reihe und zuweilen salpetrige Säure entwickelt werden; überdieß wird die Menge der durch Kalihydrat nicht absorbirten Gase wesentlich gesteigert, wenn der Proceß unter vermindertem Drucke stattfindet. Unter gewöhnlichem Druck besteht bei weitem die Hauptmenge der entwickelten Gase aus Stickstoff (70–90 Proc.), bei vermindertem Druck jedoch (400–450 Millimeter) überwiegt der Wasserstoff (60 bis 90 Proc.). Wenn die Lösungen keine Albuminate enthalten, so findet übrigens keine Entwickelung von Stickstoff statt, selbst wenn Ammoniaksalze in beträchtlicher Menge vorhanden sind. Die Vermehrung des Wasserstoffes, welche bei Verminderung des Druckes stattfindet, ist von der Bildung einer verhältnißmäßig großen Menge von Essigsäure und Aldehyd begleitet, so daß es beinahe scheint, als ob während der alkoholischen Gährung Wasser zerlegt würde und als ob dieser Proceß durch die Verringerung des Druckes begünstigt würde. Die Gegenwart von salpetriger Säure in den entwickelten Gasen erklärt sich aus dem ursprünglichen Vorhandenseyn von Nitraten in den Lösungen, deren Reaction während der Gährung die salpetrige Säure ihre Entstehung verdankt. (Centralblatt für Agriculturchemie, 1872 S. 189).

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