Titel: Ueber die Bereitung der Patent-Wagenfette aus Harzölkalkseife.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 15 (S. 247–248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi03_15

Ueber die Bereitung der Patent-Wagenfette aus Harzölkalkseife.

J. C. Leuchs gibt in dem von ihm verfaßten Werke Der europäische Seifenfabrikant (Nürnberg, C. Leuchs u. Comp.) nachstehende Vorschriften zur |248| Bereitung von Wagenfetten und deren Grundsubstanz: Man rührt in einem eisernen Kessel unter 100 Pfund Harzöl 80 Pfund zu Pulver gelöschten Kalk (Kalkerdehydrat), erhitzt die Mischung unter Rühren, bis sie einen gleichartigen, knollenfreien Teig bildet und zuletzt vom Rührscheit wie Syrup abläuft. Mit dieser Harzölkalkseife stellt man die verschiedenen Sorten Patentfette, wie folgt dar. Blaues Patentfett: Man kocht 500 Pfund rohes Harzöl eine Stunde lang mit 2 Pfund Kalkerdehydrat, läßt erkalten, schöpft das Oel vom Bodensatze ab, und rührt, wenn das Oel noch warm ist, 10 bis 12 Pfund von der Harzölkalkseife ein, bis Alles butterartig und blau ist. Gelbes Patentfett: Man gibt zu dem blauen Fett 6 Procent Curcumalösung. Dieselbe wird durch Kochen von 1 Th. Curcuma mit 20 Th. Aetzlauge erhalten. Schwarzes Patentfett: Man gibt zu 100 Pfund der blauen Masse 2 Pfd. Kienruß, der mit Harzöl abgerieben wurde. Patent-Palmöl-Wagenfett: Man vereinigt durch Schmelzen und Rühren 10 Pfd. Harzölkalkseife mit 10 Pfd. Palmöl, rührt dann 500 Pfd. Harzöl ein und noch so viel der Harzölkalkseife, bis Alles butterartig ist (2 bis 3 Pfd.), zuletzt 7 bis 8 Pfd. Aetznatronlauge. Diese erhält man mit 70 Pfd. calcinirter Soda von 80°, 200 Pfund Wasser und 35 Pfd. zu Brei gelöschtem Kalk. Paraffinrückstände: Die dicken Oele, welche bei der Paraffinfabrication übrig bleiben, werden in unserer Zeit theils wegen ihrer Wohlfeilheit, theils weil sie in der Kälte nicht zu bald erstarren, als Schmieröl gebraucht. Um sie dicker zu machen, schmelzt man sie mit etwas Bleiseife (Bleipflaster) zusammen. Ebenso wendet man jetzt häufig Mischungen von Harzöl oder Harzölkalkseife und Petroleum als Schmiere an, sowie auch das Glycerin.

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