Titel: Ueber gewisse Beschädigungen der Thermometer durch den Transport.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 2 (S. 240–241)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi03_2

Ueber gewisse Beschädigungen der Thermometer durch den Transport.

Auf dem Transporte, insbesondere wenn die Kisten, wie es häufig geschieht, gestürzt werden, kommt es oft vor, daß ein Theil des Quecksilbers sich abtrennt und gegen das obere Ende der Thermometerröhre fließt. Meistens ist es leicht, diese abgetrennte Quecksilbersäule mit dem Quecksilber im Gefäße wieder zu vereinigen, indem man das Thermometer in verticaler Lage auf einen Carton, den man frei in der linken Hand hält, etwa 2–3 Zoll hoch herabfallen läßt, oder indem man das Thermometer mit der rechten Hand faßt und mit dem Arm (aber nicht mit dem Thermometer) gegen die Fläche der linken Hand schlägt, oder endlich (was jedoch einige Vorsicht erfordert) indem man das Thermometer an einer Schnur befestigt und wie eine Schleuder (jedoch nicht zu rasch) im Kreise herumdreht.

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In manchen Fällen ist die abgetrennte Partie Quecksilber so gering,42) daß ihr Gewicht nicht hinreicht, um die Adhäsion an der Wand der Glasröhre zu überwinden. Es dürfte manchen Beobachtern nicht unlieb seyn, ein Verfahren kennen zu lernen, welches auch in solchen Fällen zum Ziele führt.

Man neigt das Thermometer-Rohr unter einem Winkel von 20 bis 40°, so daß die Kugel höher steht als die Röhre, und ertheilt hierauf der Kugel mit einem flachen Holzstück (z.B. Lineal) einen Schlag in der Richtung der Thermometer-Röhre. Das Quecksilber in dem Gefäße wird sich nach vorwärts bewegen und ein Theil desselben die ganze Röhre ausfüllen und sich mit dem abgetrennten Quecksilber vereinigen. Wenn man nun das Thermometer langsam und vorsichtig in eine solche Lage bringt, daß die Kugel etwas tiefer steht als die Röhre, aber so wenig neigt, daß das Quecksilber eben erst gegen die Kugel zu fließen beginnt, so wird in der Regel die gesammte Quecksilber-Masse ungetrennt sich gegen das Gefäß bewegen. An der Stelle wo die Trennung früher stattgefunden hat, wird sich meistens, da die Thermometer sehr selten völlig luftleer sind, eine kleine Luftblase befinden. Diese Luftblase bleibt, wenn man in der erwähnten Weise vorsichtig neigt und jede Erschütterung vermeidet, an der Wand der Röhre haften und das früher abgetrennte Quecksilber geht nunmehr an der Stelle mit der Luftblase vorbei. (Zeitschrift der österreichischen Gesellschaft für Meteorologie, 1872, Nr. 10.)

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In einzelnen Fällen bloß 1 Grad oder sogar nur ein halber Grad, so daß man auf die Vermuthung kommen könnte, der Nullpunkt sey irrig bestimmt worden.

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