Titel: Ersparniß von Indigo für Blaudruck.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 12 (S. 334)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi04_12

Ersparniß von Indigo für Blaudruck.

Verfahren mit Gelb, Grün und Orange. – Man stellt sich neben der Indigoküpe eine Küpe her, in welche man eine klare Abkochung von Catechu in Wasser einfüllt.

Die zu färbende Waare wird mit dem Gelb- oder Grünpapp bedruckt – für Grün muß sie natürlich vorher schon angeblaut seyn, – in den Rahmen eingespannt und mit dem Rahmen in die Catechuflotte eingesenkt. Auf dieser gibt man mehrere Züge, und zwar kann man so lange auf der Catechuflotte verbleiben, bis man merkt, daß der Papp anfängt sich zu lösen. Man geht dann sofort auf die Indigoküpe und färbt darauf fertig. Die nachfolgende Behandlung der Waare mit chromsaurem Kali ruft die Catechufarbe hervor und erzeugt mit dem Indigblau zusammen einen dunklen Indigogrund.

Für Hellblau und Weiß. – Man stellt sich zwei Küpen her, von denen man die erste mit einer Abkochung von

12 Pfd. Blauholzextract auf

600 Liter Wasser

füllt. Die zweite füllt man mit einer Auflösung von

6 Pfd. Kupfervitriol in

300 Liter Wasser.

Die Waare wird mit dem Schutzpapp bedruckt, in den Rahmen gespannt und mit diesem in die Blauholzküpe gesenkt. Darauf geht man auf die Blausteinküpe und von dieser wieder auf die Blauholzküpe zurück.

Man gibt der Kupfervitriolküpe nun noch 6 Pfd. Alaun hinzu, rührt gut durch und geht mit der Waare aus der Blauholzküpe zum zweiten Male in die Kupfervitriolküpe.

Man hat darauf zu achten, daß der Papp sich nicht löst. So lange dieß nicht geschieht, kann man auf den Bädern verbleiben.

Man spannt die Waare aus und reinigt sie auf einem Bade aus 12 Pfd. Alaun und 300 Liter Wasser.

Es erzeugt sich auf diese Weise schon vollkommen gut Hellblau und Weiß auf dunkelblauem Grunde. Will man indessen Indigo darauf bringen, so kann man dieß entweder, indem man nach dem letzten Kupfervitriolbade direct auf die Indigoküpe geht und küpt, oder, was mehr zu empfehlen ist, indem man die gedruckte und eingespannte Waare zuerst in der Indigoküpe küpt und dann auf Blauholz und Kupfervitriol geht. (Reimann's Färberzeitung, 1872, Nr. 30.)

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