Titel: Versilberung von Glas; von R. Siemens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 4 (S. 419)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi05_4

Versilberung von Glas; von R. Siemens.

Der Verfasser benutzte als Reductionsmittel Aethylaldehyd, in Form von Aldehydammoniak dargestellt durch Einleiten von trockenem Ammoniakgas in Aldehyd. Im Handel kann man es beziehen aus der chemischen Fabrik von Trommsdorff in Erfurt. Silbernitrat und Aldehydammoniak werden jedes für sich in destillirtem Wasser aufgelöst, die Lösungen gemischt und filtrirt; und zwar bewährt sich folgendes Verhältniß am besten: 4 Grm. Silbernitrat und 2,5 Grm. Aldehydammoniak auf 1 Liter Wasser. Der zu versilbernde Gegenstand wird, nachdem er vorher durch Ausspülen mit einer Lösung von kohlensaurem Kali und nachheriges Nachspülen zuerst mit Weingeist und dann mit destillirtem Wasser von allen Spuren von Fettigkeit befreit wurde, mit dieser Lösung angefüllt, resp. so weit als man ihn versilbern will, und in ein Wasserbad gehängt. Letzteres wird nun allmählich erhitzt und sobald die Temperatur auf 50° Cels. gestiegen ist, beginnt die Ausscheidung des Silberspiegels, der sich zusehends über die ganze innere Glasfläche verbreitet. Seine Bildung ist in kurzer Zeit beendet (ungefähr bei 55 bis 60° C.); zuerst, wenn er noch dünn ist, steht er schwärzlich aus, er bekommt jedoch, in dem Maaße als die Ausscheidung weiter schreitet, immer mehr Glanz, bis er zuletzt die schönste Silberfläche zeigt. Jetzt ist es Zeit, den Gegenstand aus dem Bade heraus zu nehmen und den Inhalt zu entleeren, da ein längeres Verbleiben desselben im Gefäße der Reinheit des Spiegels schädlich ist. Die letzten Antheile entfernt man durch Ausspülen mit destillirtem Wasser. (Archiv der Pharmacie, Bd. CC S. 233.)

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