Titel: Ueber Opium und asiatischen Mohn; von Julius Jobst in Stuttgart.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 206/Miszelle 12 (S. 503)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/mi206mi06_12

Ueber Opium und asiatischen Mohn; von Julius Jobst in Stuttgart.

In einer früheren Mittheilung (polytechn. Journal Bd. CCIV S. 79, erstes Aprilheft 1872) hat Hr. Jobst die Preislage des württembergischen Opiums für die laufende Campagne beleuchtet. Inzwischen ist das kleinasiatische Product wegen karger Ernte weiter im Preise gestiegen, und so konnte best trockenes und unverfälschtes einheimisches Opium mit einem Morphingehalt von 13 bis 15 Proc. mit bis zu 22 fl. pro Pfund von 500 Grm. bezahlt werden.

In Bezug auf Samenausbeute hat der von Jobst importirte asiatische Mohn Heuer ein sehr günstiges Resultat ergeben. Es berechnet sich nämlich der Ertrag seines Versuchsfeldes auf 960 Pfd. besten, ölreichen Samens pro Morgen, während dasselbe Stück Land im vorigen Jahre, mit dem Originalsamen bestellt, eine nur mäßige und in jedem Falle kaum größere Menge Samen geliefert hatte, als der einheimische Mohr.

Dieser aus dem original-asiatischen Mohn hier gewonnene Same wurde am 9. April 1872 eingesäet und Anfangs August geerntet. Die Pflanze stand sehr üppig, wiewohl niedrig wird mit wenigen Blatttrieben; dagegen waren die Kapseln um ein Bedeutendes größer geworden, als im vergangenen Jahre. Es hat sich also die früher von Jobst ausgesprochene Erwartung, daß der asiatische Mohn bei fortgesetzter Cultur eine üppigere Ausbeute liefern werde, in vollem Maaße bestätigt, während die ursprünglichen Vorzüge der Pflanze, nämlich ihr niedriger Wuchs, sowie ihr um drei Wochen schnelleres Wachsthum, glücklicher Weise erhalten blieben. Der auf demselben Felde, zu derselben Zeit und unter denselben Bedingungen angebaute einheimische weiße Mohn reifte 2 bis 3 Wochen später und schlug im Samenertrag um ein volles Drittheil gegen den asiatischen zurück.

Nach alledem gehen die Erfahrungen des Hrn. Jobst dahin, daß der asiatische Mohn in Bezug auf Opium-Ausbeute keine Vortheile gegen die einheimische Pflanze aufweist, dagegen in wärmerem Boden neben sonstigen Vorzügen einen ungleich bedeutenderen Samenertrag liefert. (Wochenblatt für Land- und Forstwirthschaft, 1872, Nr. 36)

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