Titel: Sichtbarmachung von Steuerstempeln auf gefärbtem Kattun; von Jul. Müller.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 11 (S. 86)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi01_11

Sichtbarmachung von Steuerstempeln auf gefärbtem Kattun; von Jul. Müller.

Ein großes Kattungeschäft in Breslau hatte einen erheblichen Posten Kattun zum Färben nach Oesterreich gesandt; an der Grenze versteuert, wurde jedes Stück mit einem Stempel versehen. Kommen diese durch den Stempel gezeichneten Waaren zurück, so unterliegen sie selbstverständlich keiner preußischen Steuer. Die Stempel waren nun bei jedem Stücke durch das Ueberfärben völlig unsichtbar geworden, die preußische Steuerbehörde behandelte in Folge dessen die Kattune als von Oesterreich exportirte und beanspruchte Steuer. Es wurde an den Verf. die Frage gestellt, ob es nicht möglich sey, die Stempel wieder sichtbar zu machen, um auf diese Weise die Behörde von der falschen Forderung zu überzeugen. Es gelang dieß in der That durch wiederholtes Behandeln der Ecken, in welche der Stempel gewöhnlich aufgedrückt wird, mit sehr verdünnter Kalilauge vollständig. Die Farbe des Kattuns wurde dadurch gelöst und weggewaschen, die schwarze Stempelfarbe trat deutlich hervor, so daß die Behörde von der Richtigkeit des Stempels überzeugt, das Geschäft vor einer doppelten Steuer bewahrt wurde. (Archiv der Pharmacie, 3. Reihe Bd. I S. 307.)

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