Titel: Natur des Goldpurpurs.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 5 (S. 83)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi01_5

Natur des Goldpurpurs.

H. Debray 20) erklärt alle bisher laut gewordenen Ansichten über die Natur des Goldpurpurs für unrichtig und fährt dann fort: „Ich betrachte den Goldpurpur als einen durch sehr fein zertheiltes Gold gefärbten Zinnsäure-Lack, worin das Gold ähnlich mit dem Zinnoxyde verbunden ist, wie ein organischer Farbstoff mit der Faser eines Gewebes.“

Genau denselben Ausspruch hat aber schon vor sechs Jahren J. C. Fischer 21) in seiner sehr gründlichen Arbeit über den Goldpurpur gethan, denn er sagt gegen den Schluß der Abhandlung:

„Bei der Bildung des Goldpurpurs hängen sich die Molecüle des reducirten Goldes an die Molecüle des Zinnoxydhydrates, wie ein Farbstoff an Gewebe. Es tritt hier der eigenthümliche Umstand auf, daß nicht bloß der reducirte, sondern auch der reducirende Körper herausfällt, jedoch nicht jeder besonders, sondern beide wie ein Lack miteinander vereinigt, indem hier das Zinnoxyd seine bekannte, Farbstoffe anziehende Eigenschaft geltend macht.“

Debray hatte sich also in der Literatur vorher nicht gründlich umgesehen, als er obige Behauptung aufstellte, und für sich etwas in Anspruch nahm, was schon das Eigenthum eines Anderen war.

Wittstein.

|83|

Polytechn. Journal, 1872, Bd. CCVI S. 292.

|83|

Polytechn. Journal, 1866, Bd. CLXXXII S. 31 und 129.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: