Titel: Ueber das Färben von Glacéhandschuhen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 9 (S. 85–86)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi01_9

Ueber das Färben von Glacéhandschuhen.

Hierüber gibt Reimann's Färberzeitung folgende Mittheilungen. Die Farnstofflösungen werden auf die auf einer hölzernen Hand glatt aufgezogenen Handschuhe aufgebürstet.

Um schwarz zu färben, bürstet man den Handschuh nach dem Waschen mit Alkohol, trocknet ab und bürstet mit einer Blauholzabkochung nach, läßt 10 Minuten liegen und bürstet nochmals mit Blauholz. Nach 10 Minuten taucht man den Handschuh in eine Lösung von Eisenvitriol und bürstet ihn hierauf mit warmem Wasser ab. Wird die Farbe nicht dunkel genug, so nimmt man etwas Gelbholz- oder Quercitronabkochung in den Blauholzabsud. Auch kann man an Stelle des Eisenvitriols |86| besser salpetersaures Eisen verwenden. Beginnt der Handschuh zu trocknen, so reibt man ihn mit etwas Provenceröl und Talk ab, legt ihn zwischen Flanell und preßt. Man reibt dann wieder mit Oel und Talk ein, und zieht ihn auf eine hölzerne Hand. Der Handschuh darf inwendig nicht schwarz werden; es darf deßhalb keine der Farbeflüssigkeiten in das Innere der Handschuhe gelangen.

Braun färbt man durch Aufbürsten von Gelbholz-, Rothholz- und Blauholzabkochung mit etwas Alaun.

Die zu benutzenden Mengen der Farbstoffe richten sich ganz nach der Nüance. Zum Dunkeln der Farbe verwendet man eine geringe Menge Eisenvitriollösung.

Maroquinroth erzeugt man durch Aufbürsten einer Cochenilleabkochung, welcher man ein wenig Zinnsalz und Zuckersäure zusetzt. Die Nüance läßt sich durch Zufügen von etwas Blauholz leicht dunkler machen.

Grau erzeugt man durch Aufbürsten einer Schmackabkochung und nachheriges Behandeln mit schwacher Eisenvitriollösung; grünliches Grau durch Zufügen von Gelbholz und Blauholz, auch Gelbholz und Indigcarmin zu der Schmackabkochung.

Die Anilinfarben lassen sich sämmtlich ohne Weiteres durch Aufbürsten ihrer Lösungen auf den Handschuh befestigen. An Stelle der Bürste kann man, wo dieß passender erscheint, einen Schwamm benutzen.

Um Schwarz den beliebten bläulichen Schein zu geben, kann man nach dem Färben mit etwas Salmiakgeist abwaschen.

Sollen die Nähte in den Handschuhen beim Färben weiß bleiben, so überstreicht man dieselben mit einem Mehlkleister, in welchem etwas Fett vertheilt ist.

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