Titel: Ueber die Veränderungen des Brunnenwassers in der Nähe der Kirchhöfe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 12 (S. 174–175)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi02_12

Ueber die Veränderungen des Brunnenwassers in der Nähe der Kirchhöfe.

In diesem Betreff enthalten die Annales de la Société de médecine de Gand die Beschreibung einer interessanten in St. Didier (Allier) von Lefort angestellten Wasseranalyse des einzigen dort befindlichen, 50 Meter vom Kirchhofe entfernten Brunnens. Dasselbe hat einen süßlichen Geschmack, erregt kein Brechen, hinterläßt jedoch einen stinkenden Geschmack. Beim Eindampfen bleibt eine dicke graue Masse zurück, welche sich unter weiterer Erhitzung schwarzbraun färbt und einen empyreumatischen Geruch verbreitet. Ein Theil des Residuums wurde mit verdünnter Salzsäure gemischt, wobei sich Kohlensäure und ein starker Geruch nach Leim entwickelte; |175| ein anderer wurde mit Kalthydrat versetzt und man bemerkte eine bedeutende Masse Ammoniaksalze. Lefort glaubt daher aus dem Vorkommen organischer Substanzen den Schluß ziehen zu müssen, daß selbst eine Entfernung von 100 Metern von jeder menschlichen Wohnung für die Anlage des Kirchhofes nicht genügend sey, daß neue Kirchhöfe erst dann an einem Orte angelegt werden dürfen, wenn man die Gewißheit erlangt hat, daß keine Filtration des Kirchhofwassers in die für menschliche Nahrung bestimmten Brunnen stattfindet und daß es nothwendig sey, in der Nähe der vorhandenen Kirchhöfe, sowie aller zur Beseitigung von thierischen Cadavern bestimmten Plätze Drainröhren anzulegen, welche das von solchen Orten kommende Wasser anderweitig fortschaffen, daß es überhaupt sich empfehlen dürfte, von Zeit zu Zeit das Trinkwasser einer genauen Analyse zu unterwerfen, wodurch bisweilen das Vorhandenseyn gesundheitsgefährlicher Stoffe, zumal in quellenarmen Gegenden, nachgewiesen würde. (Pharmaceutische Centralhalle. Bd. XIII S. 453.)

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