Titel: Ueber Conservirung des Weines nach Pasteur's Verfahren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 13 (S. 175)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi02_13

Ueber Conservirung des Weines nach Pasteur's Verfahren.

Prof. Neubauer in Wiesbaden hat Pasteur's Verfahren, den Wein auf 60 bis 65° C. zu erhitzen, mit Rothwein versucht, indem er die Flaschen in ein Wasserbad brachte. Der Erfolg war so günstig, daß die Winzer zu Ahrweiler sich zur Anschaffung eines transportablen Erwärmungsapparates von Terrel des Chênes 35) entschlossen, welcher dort bereits in voller Thätigkeit ist. Der Rothwein eignet sich besonders zu diesem Verfahren, weil er sich beim Erhitzen gar nicht trübt, indem die Eiweißkörper durch den Gerbstoff bereits ausgefällt sind. Weißer Wein dagegen trübt sich oft dabei. Neubauer hat damit noch wenig experimentirt, aber Dr. Buhl in Deidesheim erwärmt seit Jahren feine Bouquetweine mit bestem Erfolg. Man wird keinen Wein finden, weißen oder rothen, bei welchen! das Mikroskop nicht Hefezellen und andere Keimgebilde zeigt. Bei günstiger Gelegenheit gelangen diese zur Weiterentwickelung und schädigen den Wein in der einen oder der anderen Weise. Ein kurzes Erwärmen auf 60° C. tödtet diese Keime und die Weine zeigen dann eine auffallende Haltbarkeit, ohne daß sie an Güte verloren hätten. – Neubauer bemerkt bei dieser Gelegenheit, daß die deutschen Rothweine den französischen und österreichischen in der Farbe bedeutend nachstehen. Der Grund davon liegt darin, daß man bei uns die Trauben zu lange hängen läßt, so daß durch eingetretene Fäulniß der Farbstoff verändert wird. Der Alkoholgehalt wird wohl dadurch vermehrt, aber sie erhalten einen fauligen Geschmack, welcher Jahre lang nicht wegzubringen ist. In Frankreich nimmt man nur gesunde Trauben. (Böttger's polytechnisches Notizblatt. 1872, Nr. 20.)

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Beschrieben im polytechn. Journal, 1870, Bd. CXCV S. 552.

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