Titel: Pasteur's neues Brauverfahren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 14 (S. 175–176)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi02_14

Pasteur's neues Brauverfahren.

Dieses Verfahren besteht darin, daß man die Würze nach dem Kochen in verschlossene Gefäße bringt, darin unter Ausschluß der Luft abkühlt und ebenfalls unter Ausschluß der Luft der Gährung überläßt. Nach einer englischen Patentbeschreibung besteht derjenige Theil des Apparates, in welchem diese Abkühlung ausgeführt wird, im Wesentlichen aus einer gewissen Anzahl cylindrischer, aufrecht stehender Gefäße aus Kupfer, welche mit den nöthigen Hähnen zum Ein- und Ablassen der Würze versehen sind. Außerdem sind Röhren zum Einleiten von Kohlensäure und zur Ableitung der während der Gährung entwickelten Kohlensäure vorhanden. Ein Apparat zur Erzeugung eines continuirlichen Stromes von Kohlensäure, ein Gasometer zum Auffangen der während der Gährung entwickelten Kohlensäure und endlich ein Wasserreservoir, mit so viel Brausen versehen, als Gährungscylinder vorhanden sind, vervollständigen den Apparat. Die Würze gelangt heiß aus der Braupfanne in die Cylinder, aus denen man vorher durch Kohlensäure alle Luft ausgetrieben hat. Dann werden die Brausen geöffnet und das herabfließende Wasser kühlt von außen die Cylinder ab.

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Der Moniteur scientifique, welcher die Erfindung bespricht, sagt wörtlich: „Tributpflichtige einer Nation, welcher wir unser unverdientes Unglück nie verzeihen werden, haben wir hinfort die Pflicht, einzig und allein aus französischen Quellen das schäumende Getränk zu schöpfen, welchem München zum größeren Theile seinen Ruhm verdankt.“ Das Blatt fügt dann hinzu, daß Pasteur, der auf diese Weise die erhabene Rache des Geistes vorbereitet, das Verlangen stellt, das nach seiner Methode gebraute Bier im Auslande Biére française und in Frankreich biére de la revanche nationale zu nennen. (Scientific American vom 21. December 1872, S. 387.)

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