Titel: Anwendung der Dücker'schen Seileisenbahn zum Materialientransport in der Reichsfestung Metz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 2 (S. 170)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi02_2

Anwendung der Dücker'schen Seileisenbahn zum Materialientransport in der Reichsfestung Metz.

Die Seilbahn, welche Hr. v. Dücker in Metz zum Materialientransport nach dem Fort Queuleu hinauf für die kaiserliche Fortificationsbehörde im Laufe der Monate September und October (1872) gebaut hat, befindet sich zwar schon seit einiger Zeit im Betriebe, allein man hat noch viel zu kämpfen gehabt mit der Schwierigkeit, die Wagen von 5 Ctr. Ladung derartig an das Zugseil zu befestigen, daß sie Berg auf und Berg ab festhalten und doch momentan abgelöst werden können.

Die Bahn selbst bietet schon ein überraschendes Transportmittel. Dieselbe ist doppelgleisig construirt aus 2 Eisendrahtseilen von 0,025 und 0,03 Meter Stärke und 2000 Meter Länge, welche aus der Fabrik von Felten und Guilleaume zu Cöln a. Rh. hervorgegangen sind und welche in Abständen von 25 zu 25 Meter getragen werden. Sie überschreitet 2 Chausseen, 3 Communalwege, einen Fluß (die Seilte), eine Anhöhe und 3 Thäler, und erreicht das Fort mit circa 45 Meter Gesammtsteigung. Eine stehende Locomobile von 12 Pferdekräften bewegt durch ein Zugseil ohne Ende von 4000 Meter Länge gleichzeitig 20 beladene Wagen auf der Steigung und eben so viel auf der Neigung (später sollen noch mehr Wagen in Betrieb genommen werden).

Zwei Anschlußbahnen von 300 Meter mit engen Curven holen die Wagen von der Ladestrecke resp. Entladestrecke und bringen dieselben über die eigentliche Bahn zur Entladestelle resp. zur Ladestelle. (Berggeist vom 31. December 1872.)

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