Titel: Mittheilungen über die Silesiahütte in Morgenroth.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 5 (S. 171–172)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi02_5

Mittheilungen über die Silesiahütte in Morgenroth.

In der Silesiahütte in Morgenroth werden jährlich 1,600,000 Centner (mit der Kohlenbeschickung 3 Millionen Centner) Galmeierze in langen Reihen von Muffelöfen verschmolzen und daraus 150–170.000 Centner Zink, sowie nicht unbedeutende Quantitäten an Blei und Cadmium gewonnen.

Diese ganze Production nebst zugekauften Zinkbarren, im Ganzen 200 bis 250,000 Centner Zink werden in dem daneben liegenden Walzwerke zu Blech verarbeitet. Dieses Werk hat acht Walzengänge (je zwei Paare), von denen jeder durch eine Maschine von 120 Pferdestärken getrieben wird. Zum Zweck des Walzens werden die Zinkbarren nochmals umgeschmolzen (raffinirt) und die umgeschmolzenen Tafeln noch heiß durch die Walzen bis zu der erforderlichen Größe und Dicke gepreßt. Dieselben Maschinen treiben auch sinnreiche Einrichtungen zum Beschneiden der Bleche. In einem Nebengebäude ist eine große Tischler- und Böttcher-Werkstatt zur Anfertigung der Kisten und Fässer für die Versendung; letztere ist nach England und Amerika gerichtet.

Die Hüttenverwaltung sorgt für die Gesundheit der Arbeiter in ernster Weise; |172| sie hat eine große Bade-Anstalt, mit Dampf- und Wannenbädern und Tuschen aller Art, sowie mit einem Warmwasserbehälter für ein Schwimmbad eingerichtet, für dessen Benutzung der Arbeiter 3 Pf. zahlt und drei Kinder unter 14 Jahren frei mitnehmen darf. Die Anstalt wird sehr stark benutzt. (Aus amtlichen Quellen in den Verhandlungen des Vereines zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen, 1872 S. 289.)

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