Titel: Thonerdeseife als Lack.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 9 (S. 173–174)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi02_9

Thonerdeseife als Lack.

In der Zeitschrift „Kunst und Gewerbe“ macht C. Puscher in Nürnberg darauf aufmerksam, daß die concentrirte Lösung der wasserfreien fettsauren Thonerde in Terpenthinöl als Lack Beachtung verdient. Wenn ihre Anstriche auch nicht den hohen Glanz des Dammarlackes besitzen, so zeichnen sich dieselben doch durch größere Biegsamkeit und besonders dadurch vor allen anderen aus, daß sie, einer hohen Temperatur ausgesetzt, sich nicht verändern, resp. keine Blasen erhalten. Außer zum Wasserdichtmachen für Stoffe jeder Art möchte daher die Thonerdeseifelösung zu Ueberzügen für metallene Gegenstände, welche einen hohen Wärmegrad erleiden müssen, zu empfehlen seyn. An der Luft trocknen die damit überzogenen Gegenstände langsam, dagegen rascher, wenn sie einer Temperatur von 50° Cels. ausgesetzt werden.

Die Bereitung der Thonerdeseife ist bekannt; man gibt einer dünnen kochenden Kernseifenlösung so lange Alaun- oder schwefelsaure Thonerdelösung zu, als noch eine Abscheidung von weißer wasserhaltender Thonerdeseife erfolgt, wäscht letztere mit heißem Wasser zur Entfernung der anhängenden Salzlösung aus, und befreit sie durch |174| Erwärmen von ihrem Hydratwasser. Hierdurch wird sie transparent, wie Glycerin seife, und in jedem Verhältniß; in warmem Terpenthinöl löslich. Mit Verlust von Terpenthinöl kann man auch sofort nach dem Ausfällen und Waschen der Thonerdeseife das Hydratwasser derselben durch Erhitzen mit Terpenthinöl verjagen. Wenn die Lösung dick und klar wie Dammarlack geworden, ist der Lack fertig. Die dazu verwendete Seife ist eine gute, gelblich gefärbte, harzhaltige Kernseife.

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