Titel: Dampfböttcherei in Pennsylvanien; von Ingenieur Carl Kohn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 1 (S. 257)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi03_1

Dampfböttcherei in Pennsylvanien; von Ingenieur Carl Kohn.

In den Oelregionen Pennsylvaniens bestehen bis zum Anfang des Jahres 1872 über 150 Böttchereien, welche Petroleumfässer anfertigen. Eine solche Böttcherei besteht aus einer Dampfmaschine von 20 Pferdekräften und einer Reihe von 10 Holzbearbeitungsmaschinen, als: eine Faßdauben-Spaltmaschine, ein Sägegatter für 12 bis 16 Blätter, eine Daubenhaumaschine und eine Doppelkreissäge, eine Fügmaschine, eine Dübelmaschine, eine Boden-Drehbank für Planböden, eine für Convexböden, eine Reifaufziehmaschine; sämmtliche Maschinen werden, ausschließlich des Heizers, von 8 Mann bedient, und diese 8 Mann erzeugen in 24 Stunden 300 Fässer von 40 Gallons Inhalt, d. i. 300 Zollpfund Oel haltend. Diese Fässer sind vollkommen öldicht und werden nach den entferntesten Gegenden versendet, ohne daß eine Leckasch vorkommt.

Große Fässer von 120 bis 130 Gallons Gehalt, d. i. circa für 10 bis 12 Eimer Gehalt für Spirituosen, werden mit diesen Maschinen 80 Stück in 24 Stunden an gefertigt.

Für Zuckerfässer werden Tannenhölzer verarbeitet; von dieser Gattung werden in 24 Stunden 200 Stück mit 5 bis 6 Arbeitern angefertigt.

Solche Maschinen werden von Drapp in New-York für 3000 Dollars ohne Dampfmaschine geliefert. Mudloch in New-York fertigt solche für kleine Fässer mit 2000 Dollars ebenfalls ohne Dampfmaschine.

Eine Emballage-Faß Maschine, welche täglich, d. i. in 12 Arbeitsstunden, 200 Fässer vom Rohholz weg bis zum Reifaufziehen liefert, arbeitet in der Dampfböttcherei der Zuckerraffinerie von Havermayer in New-York. Diese bis heute die größte Zuckerraffinerie in Amerika versendet täglich an 200 Fässer, die daselbst mit einer Drapp'schen Einrichtung erzeugt werden.

Spiritus-Fässer von 130 Gallons Gehalt, d. i. circa 40 Eimer, stellen sich im Preis exclusive Holz auf 7–7 1/2 kr. östr. W. per Eimer. Hierbei sind die Eisenreife nicht eingerechnet, während bei uns der Bindergeselle 40 kr. per Eimer als Accordlohn bekommt. (Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines, 1873 S. 18.)

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