Titel: Prüfung von Schmierölen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 15 (S. 263)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi03_15

Prüfung von Schmierölen.

In neuerer Zeit kommen häufig bei Schmier- und Maschinenölen Verfälschungen mit Mineral- und Kohlenölen vor. Bis jetzt war das Kohlenöl durch seinen eigenthümlichen Geruch und Farbe leicht im Olivenöl zu erkennen, doch soll nach dem American Chemist neuerdings aus Schottland ein zur Verfälschung von Olivenöl besonders präparirtes Kohlenöl in großer Menge eingeführt werden, welches ohne eigenthümlichen Geruch, Geschmack und Farbe seyn und auch annähernd dasselbe spec. Gewicht wie Olivenöl haben soll, sich also zur Verfälschung desselben vorzüglich eignet. Dieses Kohlen- oder Mineralöl kann man durch seine Unverseifbarkeit auf folgende Weise nachgewiesen werden. Man kocht das zu untersuchende Oel mit Aetznatron, bis es verseift ist, dampft die gewonnene Seife im Wasserbade ein, und behandelt den Rückstand mit Aether. Die Seife von reinem Oel ist unlöslich, während das Kohlenöl, wenn solches vorhanden war, sich löst. Die Lösung wird sorgfältig in einem graduirten Cylinder, den man in heißes Wasser einstellt, eingedampft; da das Kohlenöl bei viel höherer Temperatur siedet als Aether, bleibt ersteres im Cylinder zurück.

Ist Rüböl mit Mineralölen vermischt, so entwickelt dasselbe bei gelindem Erwärmen einen eigenthümlichen Geruch und besitzt einen unangenehmen Geschmack. – Wenn ein verfälschtes Oel mit reinem Oel gemischt wird, so entstehen wellenförmige Streifen, wobei jedoch das erstere zu dem letzteren gegossen werden muß. (Deutsche Industriezeitung, 1872, Nr. 51.)

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