Titel: Brocatfarbe auf Tapeten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 7 (S. 259–260)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi03_7

Brocatfarbe auf Tapeten.

Die Brocatfarbe auf Tapeten wird nach Westermann durch Musivgold hervorgebracht. Man schmilzt 12 Th. Zinn und rührt in dasselbe 7 Th. Quecksilber ein. Dieses Zinnamalgam reibt man in einem gläsernen Mörser mit 7 Th. Schwefelblumen und 6 Th. Salmiak zusammen, dringt das Gemenge in einen Glaskolben und erhitzt es langsam im Sandbade, bis keine weißen, nach Schwefelwasserstoff riechenden Dämpfe mehr erscheinen, worauf man die Hitze bis zum Dunkelrothglühen verstärkt. Salmiak und Schwefelquecksilber sublimiren sich und Zweifach-Schwefelzinn (Musivgold) bleibt als ein goldglänzendes schuppiges Pulver zurück.

Dieses befestigt man auf den Tapeten mit Hülfe eines Firnisses, welcher auf folgende Weise bereitet wird: Terpenthinöl, durch Rectification oder Schütteln mit Alkohol von 75° Tralles von Harz befreit, oder mit Kochsalzlösung destillirtes Steinkohlentheeröl |260| werden mit 3 Proc. Schwefel auf 90° C. erhitzt, bis letzterer gelöst ist, und dann noch einige Minuten lang gekocht. Mit 10 Th. dieser Lösung übergießt man 1 Th. zerschnittenen Kautschuk in einem verschließbaren Gefäße und läßt stehen, bis letzterer aufgequollen ist, worauf man ihn auf einem Brete mit einem hölzernen Spatel in kleinen Portionen zerdrückt. Nachdem man den ganzen Vorrath bearbeitet hat, läßt man ihn noch einige Tage stehen, worauf man das Musivgold damit vermischen kann. Man kann dieses Gemenge dann mit einem Pinsel ausstreichen und auch aufdrucken. (Elsner's chemisch-technische Mittheilungen.)

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