Titel: Schutzmittel gegen Mottenfraß für Eisenbahnwagenpolster.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 13 (S. 342–343)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi04_13

Schutzmittel gegen Mottenfraß für Eisenbahnwagenpolster.

Um Polsterungen vor Motten zu schützen, hat sich, wie Wagencontroleur Pfleiderer in Carlsruhe, in der Zeitschrift des Vereines der Eisenbahnverwaltungen mittheilt, als sicherstes Mittel ein Zusatz von frisch aufgeblühtem Hanf zum Polsterungsmaterial bewährt. Der Hanf wird zu dem Ende im Anfange Juli's gesammelt, im Schatten rasch getrocknet und so dem Seegras, Roßhaar u. dergl. beigefügt. Ein einziger Stengel (natürlich mit Blättern und Blüthen) genügt, um ein Eisenbahnwagenpolster auf Jahre gegen dieses Ungeziefer zu schützen. Auch Polsterungen, in welchen sich bereits Motten eingenistet haben, können auf diese Weise bei etwaigen Reparaturen gründlich von diesen schädlichen Gästen befreit werden.

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Um die Anwendung des Hanfes zu jeder Jahreszeit möglich zu machen, braucht man nur im Sommer Vorrath einzusammeln und sorgfältig getrocknet aufzubewahren. Die Aufbewahrung geschieht am besten in mit Deckeln versehenen tannenen Fässern auf einem gegen Feuchtigkeit geschützten Speicher. Bei der Herstellung neuer Polster ist außerdem auch noch folgendes Verfahren zu empfehlen: Die Federkissen der Sitze werden mit Leinwand überspannt, darauf kommt eine etwa 18 Millimeter dicke Lage von Waldwolle, darüber wieder eine Leinwand und erst auf diese das lose Oberkissen. Die Anwendung des Hanfes ist aber letzterem Verfahren vorzuziehen. In allen Fällen ist natürlich eine regelmäßige gründliche Reinigung unerläßlich.

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