Titel: Verfahren zum Verzinken von Eisen, z.B. Steinklammern, Telegraphenketten etc., um dieselben gegen Rost zu schützen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 6 (S. 340–341)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi04_6

Verfahren zum Verzinken von Eisen, z.B. Steinklammern, Telegraphenketten etc., um dieselben gegen Rost zu schützen.

Zu diesem Zweck wird im „Oberlausitzer Gewerbeblatt“ folgendes Verfahren, besonders auch hinsichtlich seiner Billigkeit, empfohlen (nach den daselbst allgegebenen Zahlen berechnet sich übrigens 1 Quadratmeter zu 1 Thlr.).

Ein offenes Holzgefäß von etwa 1,4 Met. Durchmesser und 0,4 Met. Höhe wird mit reinem Wasser bis zu 3/4 der Höhe gefüllt und hierein unter stetem Umrühren 3/4 bis 1 Proc. englische Schwefelsäure geschüttet. In diese verdünnte Säure legt man die vom Rost oder Hammerschlag zu reinigenden Eisentheile so lange (6 bis 24 Stunden lang), bis sich an ihnen eine reine Oberfläche zeigt oder durch Reiben mit einem Lappen und nassem Sand herstellen läßt. Nach dem Herausnehmen des Eisens spült man dasselbe in frischem Wasser ab, reibt es metallisch rein und legt es dann in mit wenig gelöschtem Kalk angerührtes Wasser, in welchem es bis zur weiteren Behandlung bleibt. Man muß dem Beizwasser von Zeit zu Zeit etwas frische Schwefelsäure zusetzen. Nach etwa 14tägigem Gebrauch ist dasselbe so mit Eisenvitriol geschwängert, daß es frisch angesetzt werden muß. Das benutzte Beizwasser ist zur Desinficirung der Düngergruben gut zu benutzen.

Für die vom Rost befreiten Eisentheile wird zunächst eine schwache Verzinkung auf kaltem Weg nöthig. Das dazu erforderliche Zinkchlorid bereitet man, indem man einen irdenen innen und außen verglasten Topf von etwa 8 bis 10 Liter Inhalt zu 3/4 mit gewöhnlicher Salzsäure anfüllt und in diese metallisches Zink oder Zinkblechschnitzel bringt, so lange, bis nichts mehr gelöst wird. Dem Zinkchlorid wird dann etwa 1/30 Proc. seines Gewichtes fein gestoßener Salmiak beigemischt. Zur kalten Verzinkung bedarf mall eines Kastens von Zinkblech, dessen Dimensionen der Größe der zu verzinkenden Gegenstände entsprechen müssen, für Steinklammern z.B. einen Kasten von etwa 0,28 Met. Breite, 0,42 Met. Länge und 0,14 Met. Tiefe. Hierein schüttet man das Zinkchlorid und legt in dieses die zu verzinkenden Eisentheile. Schon nach 1/2 bis 2 Minuten steigen kleine Bläschen auf, welche sich als feiner Schaum auf der Oberfläche sammeln, was als Zeichen dafür dient, daß der Verzinkungsproceß vor sich gegangen ist. Alsdann legt man die Eisenstücke zum Abtröpfeln auf ein Blech und fängt das herabfließende Zinkchlorid im Kastell wieder auf. Das abgetröpfelte Eisen wird auf eilte voll unten erwärmte greine Blechplatte gelegt, bis es vollkommmen trocken geworden ist, dann Stück für Stück mit einer Zange angefaßt und in geschmolzenes Zink eingetaucht, ein Weilchen darin gelassen, bis es die Temperatur des Zinkes angenommen hat, alsdann herausgehoben und abgeklopft, damit das überflüssige Zink abfalle, womit der Verzinkungsproceß beendigt ist. Die in geschmolzenes Zink getauchten Gegenstände müssen vollkommen getrocknet seyn und das Zink ist möglichst heiß zu halten, ohne aber rothglühend zu werden. Vor dem Eintauchen von Gegenständen in das geschmolzene Zink ist die Oberfläche des letzteren mit einem Blechlöffel zu reinigen. Nach längerem Betrieb findet sich in dem Schmelzgefäß |341| am Boden das Zink körnig. Wenn sich diese weniger flüssige Masse mehrt, so ist Alles aus dem Schmelzgefäß herauszunehmen und zum Auflösen in Salzsäure zu verwenden, wogegen von Neuem Zink eingeschmolzen werden muß.

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