Titel: Der Gefrierverzug beim Wasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 9 (S. 341)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi04_9

Der Gefrierverzug beim Wasser.

Will man einem größeren Hörerkreise zeigen, daß Wasser unter Umständen einen Gefrierverzug erleidet, d.h. bei 0° nicht fest wird, so bedient man sich hierzu nach Dr. G. Krebs eines besonderen, einfachen Apparates. Er besteht aus einer mit einer Kugel versehenen Glasröhre, welche bis etwa in die Mitte der Kugel mit ausgekochtem, destillirtem Wasser gefüllt und oben geschlossen ist. Daneben stellt man eine gleiche, offene, mit nicht ausgekochtem Wasser bis zur Mitte der Kugel gefüllte Glasröhre, zunächst in Wasser, damit beide gleiche Temperatur erlangen, und darauf in eine Kältemischung. Nach kurzer Zeit fängt das gewöhnliche Wasser in der offenen Röhre zu gefrieren an, während das luftfreie in der geschlossenen noch völlig klar ist. Nur sehr heftige stoßweise Erschütterungen bringen auch das luftfreie Wasser zum Gefrieren. Läßt man beide Röhren zu lange Zeit in der Kältemischung, so wird natürlich auch das luftfreie Wasser schließlich von selbst zum Gefrieren kommen.

Das aus luftfreiem Wasser sich bildende Eis ist bekanntlich sehr feinfaserig, und zugleich sieht man nur hie und da an den Enden der Fasern winzige Luftbläschen; während das Eis, welches aus gewöhnlichem Wasser krystallisirt, von viel gröberer Structur ist und zahlreiche Luftblasen einschließt. (Poggendorff's Annalen der Physik, 1872, Bd. CXLVI S. 494.)

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