Titel: Indulin-Tinte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 14 (S. 429–430)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi05_14
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Indulin-Tinte.

Die Société d'Encouragement in Paris setzte einen Preis für eine neue Tinte aus, welche die Uebelstände der alten, das Gelbwerden der Schriftzüge, das Angegriffenwerden der Stahlfedern und das Dickwerden im Tintenfaß, nicht theile, dabei aber die Schrift ebenso lange conservire, wie die alte Tinte, mit der im Jahre 910 ein Manuscript geschrieben wurde, welches in der Abtei Cluny noch heute im besten Schwarz aufbewahrt wird. Das Gelbwerden der alten Schriftzüge sott nur dann erfolgen, wenn die zutretende Luft feucht war. Coupier und Collin schlugen nun vor, das von ihnen fabricirte Blauschwarz, unter dem Namen Indulin bekannt, im Verhältniß von 20: 1000 in Wasser zu lösen und als Tinte zu verwenden. Die mit dieser Flüssigkeit auf Papier erzeugten Schriftzüge sind schön blauschwarz und widerstehen den chemischen Agentien vollkommen, was die gewöhnliche Schreibtinte nicht thut; die Tinte greift auch die Stahlfedern nicht an, und erhält sich bis zum letzten Tropfen dünnflüssig; wenigstens kann sie, selbst ganz ausgetrocknet, durch einen Zusatz von Wasser wieder brauchbar gemacht werden. Die Gesellschaft konnte indessen dieser Tinte den Preis nicht zuertheilen, weil sie nicht lief genug in das Papier eindringt, weßhalb die Schriftzüge sich durch Wasser fortwaschen lassen. Dagegen hat sie den Erfindern eine Belohnung von 500 Francs zuerkannt und die Tinte als zum Gebrauch für Schulen sehr geeignet empfohlen. Die Tinte hat für diesen Zweck den großen Voltheil, daß damit hervorgebrachte Flecke durch einfaches Waschen mit den gewöhnlichen Waschmitteln zu entfernen sind. (Reimann's Färberzeitung, 1872, Nr. 46.)

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