Titel: Versuche über die Fäulniß, das Desinficiren und das Conserviren der organischen Substanzen; von Laujorrois.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 12 (S. 515)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi06_12

Versuche über die Fäulniß, das Desinficiren und das Conserviren der organischen Substanzen; von Laujorrois.

Eine Gelatinelösung geht bekanntlich sehr leicht in Fäulniß über. Bei der Temperatur von 25° Celsius genügen 48 Stunden, damit sie sich mit Schimmel bedeckt, sich verflüssigt und eine vollständige Zersetzung erleidet. Versetzt man aber eine Gelatinelösung mit ein Procent Fuchsin, so kann man sie lange Zeit conserviren. Eine mit Fuchsin versetzte Gelatinelösung, welche ich seit eilf Monaten in einem offenen Standglas aufbewahre, erlitt seit dieser Zeit gar keine Veränderung.

Am 20. December 1872 wickelte ich 50 Gramme Rindfleischschnitte in Fließpapier, welches mit einer Gelatinelösung überzogen war, die 1 Proc. Fuchsin enthielt. Dieses Fleisch erlitt gar keine Veränderung, ungeachtet der verhältnißmäßig hohen Temperatur des letzten Winters. Die Fasern sind ganz zähe geworden und erhielten die Consistenz der Gutta-percha.

Von der so conservirten Muskelfaser wurde ein Theil 24 Stunden lang in Wasser bei gewöhnlicher Temperatur eingeweicht. Dasselbe hat keinen unangenehmen Geruch angenommen und verlor seinen Zusammenhang nicht.

Urin, mit 1/40000 Anilinviolett versetzt, wurde am 20. Januar d. J. in ein Probirglas gebracht und mit der Luft in Berührung gelassen, ohne bis jetzt in Fäulniß übergegangen zu seyn; seit dem 20. Januar 1872 wurde ein Aufguß von schwarzem Kaffee nach demselben Verfahren conservirt. (Comptes rendus, t. LXXVI p. 630; März 1873.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: