Titel: Talg zu reinigen, um ihn allseitig brauchbar zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 13 (S. 515–516)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi06_13
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Talg zu reinigen, um ihn allseitig brauchbar zu machen.

Um Talg zu gewinnen, welcher fast ganz geruchlos ist und sich in solchem Zustande, ohne ranzig zu werden, lange erhält, dient folgendes sehr einfache Verfahren.

Der frische Talg wird in siedendem Wasser geschmolzen und wenn er sich möglichst aufgelöst hat, also heiß, mit demselben durch ein leinenes Filtrum gedrückt; darauf wird er mit dem Wasser zum Sieden gebracht und sorgfältig abgeschäumt; dann durch Abkühlung zum Erstarren gebracht und mit Wasser ausgewaschen, und schließlich von demselben, durch Ausdrücken, sorgfältig befreit. Mann kann ihn darauf in mäßiger Wärme schmelzen und in irdenen Gefäßen, welche mit Blase, Papier oder gut schließendem Deckel gut verdeckt sind, aufbewahren. Ist das Leinenfiltrum nicht dicht genug gewesen, so daß noch andere Bestandtheile, als der flüssige Talg und das Wasser durchgegangen sind, so ist es gut die Filtration zu wiederholen.

So gewonnener Talg läßt sich zu gewöhnlichen Speisen, zu Pomaden, durch Zusatz von reinem Olivenöl, zu Salben und Pflaster, durch Zusatz von weißem Wachs, verwenden und erhält sich, gut aufbewahrt, so geruchlos, wie man ihn gewonnen hat, sehr lange. H. Treutlen.

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