Titel: Nachweis arsenhaltiger Farben auf Tapeten und Papier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 207/Miszelle 6 (S. 511–512)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj207/mi207mi06_6

Nachweis arsenhaltiger Farben auf Tapeten und Papier.

A. Hager verfährt Zu diesem Zweck in folgender Weise: Ein Stück der Tapeten oder Papiere tränkt man mit einer concentrirten Lösung von Natronsalpeter in einem Gemisch von gleichen Volumen Weingeist und Wasser, und läßt trocknen. Auf einer flachen Porzellanschale zündet man das getrocknete Stück der Tapete an. Gewöhnlich verbrennt es nicht mit Flamme, sondern verglimmt. Die Asche übergießt man darauf mit etwas Wasser, setzt mehrere Tropfen Kalilauge zu, so daß eine stark alkalische Reaction entsteht, kocht einmal auf, und filtrirt. Das mit verdünnter Schwefelsäure sauer gemachte Filtrat versetzt man nach und nach mit übermangansaurem Kali so lange, als unter Erwärmen Entfärbung oder Veränderung der rothen Farbe in eine gelbbräunliche stattfindet und endlich ein geringer Ueberschuß der Chamäleonlösung |512| vorhanden ist. Wird die Flüssigkeit durch diese Operation trübe, so filtrirt man. Nach dem Erkalten und nach Zusatz von mehr verdünnter Schwefelsäure gibt man ein Stück reines Zink hinzu und verschließt das Kölbchen mit einem zweimal gespaltenen Kork; in den einen Spalt wird ein mit Silbersalpeterlösung, in den anderen ein mit Bleiessig betupfter Streifen Pergamentpapier eingeklemmt. Ist Arsen vorhanden, so wird sich das Silberpapier sehr bald schwärzen. Das Bleipapier dient nur als Controlle der Abwesenheit von Schwefelwasserstoff. Die Behandlung mit Chamäleon ist nach Hager ganz unerläßlich. Geschieht sie nicht, so stellt sich stets, wenn auch etwas spät, eine Schwärzung des Silberpapieres und eine schwache Bräunung des Bleipapieres ein, trotzdem die Tapete kein Arsen enthält. (Pharmaceutische Centralhalle, Bd. XIII S. 145.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: