Titel: Davies und Yates' Kettenregulirung für mechanische Webstuhle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 208, Nr. X. (S. 20–21)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj208/ar208010

X. Davies und Yates' Kettenregulirung für mechanische Webstuhle.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Unter den wenigen Webstühlen auf der Londoner Ausstellung von 1872, befand sich der von Davies und Yates mit einer neuen Vorrichtung zum Nachlassen und Anspannen der Kette.3) Durch derartige Vorrichtungen soll die Anspannung der Kette dem jeweiligen Erforderniß während der einzelnen Bewegungsperioden des Stuhles angepaßt und so einestheils der Bruch von Kettenfäden verhütet, anderntheils die Verarbeitung geringeren Materiales ermöglicht werden. Außerdem wird auch eine unnöthige Anstrengung der Schäfte verhütet und einer vorzeitigen Abnutzung des Rietblattes vorgebeugt. Bei der hier speciell zu erwähnenden Vorrichtung kommen überdieß die Gewichte in Wegfall, welche zur Erzeugung der Kettenspannung sonst in Anwendung sind, und deren etwaiges Bewegen öfters Anlaß zu Erschütterungen im Stuhl, demnach zu Unregelmäßigkeiten in der Waare gibt. – Bei dem in Figur 7 und 8 dargestellten Stuhl von Davies und Yates ist der hintere Streichbaum e auf die Arme b einer im Webstuhlgestelle aufgelagerten Welle a aufgebracht; diesen Armen b stehen andere b₁ gegenüber, welche einen zweiten Streichbaum f tragen. Außerdem besitzt dieselbe Welle a noch, symmetrisch vertheilt, zwei weitere Arme g; von diesen aus gehen die durch Zugschrauben h beliebig anzuspannenden Seile k, welche, wie gewöhnlich, um den Kettenbaum gewunden sind, um diesen zu bremsen. Die Seile sind aber nicht, wie sonst üblich, einzeln mit Gewichten beschwert, sondern über Leitrollen l geführt und gemeinsam an die beiden Enden einer Feder i angehängt.

Durch Anziehen der Schrauben h läßt sich die Federspannung und somit die Kettenbremsung beliebig steigern.

Beim jedesmaligen Ladenschlag wird nun auch der Streichbaum e etwas vorwärts gedrängt werden, und dieß muß ein Erheben des anderen Streichbaumes f, somit eine stärkere Anspannung der Kette zur Folge haben. Beim Rückgang der Lade wird dagegen der Streichbaum e nach hinten zu nachgeben und auch den anderen f zum Sinken bringen, also die Kettenspannung mindern. Dabei senken sich aber auch die Arme g, es wird die Spannung der Feder i geringer, und wegen der |21| kleineren Seilspannung auch die Reibung am Kettenbaum schwächer, so daß sich leichter das für jeden Schuß erforderliche Stückchen Kettenlänge abwickeln kann. Um die Möglichkeit zu gewähren, erforderlichen Falles für das Abwickeln der Kette einmal die Bremsung ganz aufzuheben, ist das eine Seil an die Feder i nicht unmittelbar angehängt, sondern am Gelenk m der Feder ein Hebel n eingeschaltet, dessen verschiedenartige Stellung entweder einer Verlängerung oder einer Verkürzung des einen Seilendes entspricht, so daß durch Umdrehen des Hebels nach einer oder der anderen Richtung die Federspannung sofort aufgehoben wird oder wieder eintritt. (Aus dem Engineer, August 1872, S. 140, durch die deutsche Industrie-Zeitung, 1872, Nr. 41.)

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Man vergl. polytechn. Journal, 1872, Bd. CCV S. 396.

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