Titel: Moy und Schill's Dampfmaschine ohne Wärme-Ausstrahlung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 208/Miszelle 1 (S. 152–153)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj208/mi208mi02_1

Moy und Schill's Dampfmaschine ohne Wärme-Ausstrahlung.

Das Princip, welches die Erfinder hierbei in Anwendung gebracht haben, führt zu einer bedeutenden Ersparniß an Brennmaterial. Die Schwierigkeiten, womit sie dabei zu kämpfen hatten, liegen in der Gefahr der Zerstörung der Maschine durch die hohe Temperatur und Trockenheit des von Rankine sogenannten Dampfgases, welches bekanntlich andere Eigenschaften als gesättigter Dampf besitzt.

Die Maschine ist nach dem Systeme der combinirten Hoch- und Niederdruck-Cylinder gebaut; diese sowie ein Theil des Kessels sind ein Gußstück. Die Heizfläche wird gegeben durch ein System horizontaler ⊃förmiger Röhren, die von dem Theile des Kessels ausgehen, welcher die Cylinder umgibt. Kessel und Cylinder liegen in einem eisernen, mit feuerfesten Ziegeln ausgefütterten Kasten, der auch den Ofen (Feuerherd) einschließt. Dadurch wird jeder Wärmeverlust durch Strahlung vermieden. Die erwähnte Maschine hat 10 Pferdekräfte, nominell, soll aber auf 100 Pferdekräfte gebracht werden können. Der Hochdruck-Cylinder hat 0,152 Meter Durchmesser, der Niederdruck-Cylinder 0,38 Meter; die Hubhöhe beträgt 0,3 Meter. Die Kolbendicke ist 0,152 Meter. Der niedrigste Dampfdruck ist 14,000 Kil. auf den Quadratmeter |153| und der höchste 280,000 Kil. Die Kolben haben weder Ringe noch Federn, sondern Nuthen zur Dichtung. Die Cylinder haben Führungen von Schmiedeeisen.

Der Durchmesser des Kessels oder des Kastens der die Cylinder einschließt ist 0,67 Meter, und die ganze Höhe vom Dome bis zur Stopfbüchse ist 0,99 Meter. Die 144 Röhren haben 40 Millimeter äußeren Durchmesser und sind 0,610 Meter lang, was 11,32 Quadratmeter Heizfläche ergibt.

Eine andere Eigenthümlichkeit liegt dann, daß bei großen Schiffen der Schürraum auf dem zweiten Deck ist, oder an dem Wetterdeck, so daß heiße Schürlöcher tief unten vermieden sind. (Engineer, vom 24. Januar 1873; Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines, 1873 S. 78.)

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