Titel: Verwendung des Purpurins.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 208/Miszelle 9 (S. 156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj208/mi208mi02_9

Verwendung des Purpurins.

Das neben dem Alizarin im Krapp vorkommende Purpurin läßt sich für Schwarz, Roth, Rosa und Lila auf Baumwolle, Wolle und Seide benutzen. Man bedruckt Baumwollstoffe mit den Krappbeizen, färbt aus und seift bei 40 bis 50° R., um das Weiß herzustellen und die Farben zu aviviren. 1 bis 2 Grm. genügen für 1 Quadratmeter Stoff. Rothe und schwarze Taschentücher lassen sich mit 2 Grm. Purpurin und 5 Grm. Sumach für das Tuch färben. Eine Passage durch Kleie gibt nach dem Färben den Böden ein gutes Weiß.

Wolle siedet man mit Alaun und Weinstein oder Zinnchlorid und Weinstein, und färbt unter halbstündigem Sieden im Purpurinbade aus. Passend setzt man dem Sude Tannin hinzu. Zum Druck löst man 20 Grm. Purpurin und 45 Grm. Soda in heißem Wasser, filtrirt, verdickt mit Stärke und ergänzt auf 1 Liter. Man druckt auf und dämpft. Für Carmoisinroth siedet man mit Alaun und Weinstein.

Zum Färben von Seide beizt man mit essigsaurer Thonerde und Kreide, trocknet, gummirt schwach mit Traganthschleim (1 : 200) und bedruckt mit folgender Purpurinlösung. 32 Grm. Purpurin und 12 Grm. krystallisirte Soda werden in Wasser gelöst, filtrirt und mit 200 Grm. gebrannter Stärke verdickt. Man druckt, dämpft und seift bei 50° R. Die erzielten Farben sind sehr hübsch, besonders das Roth.

Zur Darstellung von Lacken aus Purpurin löst man dieses in kochender Alaunlösung und fällt diese dann durch Kreide oder Soda. (Reimann's Färberzeitung, 1873, Nr. 2.)

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