Titel: Englische Glasur für Thongeschirre; von Dr. H. Seger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 208/Miszelle 3 (S. 234–235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj208/mi208mi03_3

Englische Glasur für Thongeschirre; von Dr. H. Seger.

Eine Glasur, wie sie in den Töpfereidistricten von Staffordshire vielfach für Geschirre angewendet wird, und sowohl in Bezug auf Glanz wie Schönheit der Farbe bei deutschen Töpfereiproducten von mir noch nicht wiedergefunden ist, wurde einer chemischen Analyse zu dem Zwecke unterworfen, um eine Nachahmung derselben zu ermöglichen. Die Glasur ist befestigt auf einem Scherben von blaßgelber Farbe, großer Gleichmäßigkeit und poröser Beschaffenheit aus einem feuerbeständigen Thone; sie ist von dunkelviolettbrauner Farbe und etwas durchscheinend, so daß der darunter liegende helle Scherben an Stellen wo dieselbe dünner aufgetragen ist, etwas durchschimmert, von außerordentlichem Glanze und frei von allen Rissen. Für die Untersuchung wurde von einem aus Burslem (Staffordshire) stammenden Geschirr die Glasur an solchen Stellen wo sie dick zusammengelaufen war, mit der Vorsicht abgesprengt, daß solche Partien ausgelesen wurden, welche den Scherben unmittelbar berührt hatten und deßwegen durch Thon verunreinigt waren.

Die chemische Analyse dieser Glasur ergab in 100 Gewichtstheilen folgendes Resultat:

Kieselsäure 40,56
Thonerde 6,07
Bleioxyd 40,04
Eisenoxyd 2,59
Manganoxydul 7,14
Kalk 2,58
Alkalien und Verlust 1,02
–––––
100,00

Um hiernach eine Glasur von möglichst nahe derselben Zusammensetzung zusammenzustellen, würden sich, die möglichste Reinheit der zu verwendenden Rohmaterialien vorausgesetzt, die folgenden Verhältnisse ergeben:

Quarz oder Glasursand 28 Theile
Silberglätte 40 „
Pfeifenthon 18 „
Braunstein (bester) 9 „
Kreide 5 „
|235|

Um den Glanz, Gleichmäßigkeit und Schönheit der Farbe zu erzielen, wie sie die englischen Geschirre zeigen, darf man sich nicht damit begnügen, die Rohmaterialien zu vermischen, auf der Glasurmühle fein zu reiben und aufzutragen, sondern es ist nöthig, dieselben zu einer Fritte zusammenzuschmelzen und dann erst zu mahlen; das Brennen der Fritte kann mit Leichtigkeit in dem Töpferofen in einigen mit eingesetzten Kapseln ausgeführt werden. (Deutsche Töpfer- und Zieglerzeitung, 1873, Nr. 5.)

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