Titel: Neues und rasches Verfahren zur Erzeugung von Schwefelwasserstoffgas zum Gebrauch als Reagens in Laboratorien; von W. Skey.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 208/Miszelle 7 (S. 236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj208/mi208mi03_7

Neues und rasches Verfahren zur Erzeugung von Schwefelwasserstoffgas zum Gebrauch als Reagens in Laboratorien; von W. Skey.

Stücke von Bleiglanz und granulirtem Zink werden im Verhältniß von beiläufig gleichen Raumtheilen gut gemengt in einen Gasentbindungskolben gebracht, wornach man Salzsäure, welche mit beiläufig ihrem zwanzigfachen Gewicht Wasser verdünnt ist, auf sie gießt. Es entwickelt sich augenblicklich Schwefelwasserstoffgas, dessen Entbindung energisch, regelmäßig und continuirlich lange Zeit fortdauert. Demselben ist ein wenig Wasserstoff nebst Spuren von Salzsäure beigemischt. Letztere läßt sich jedoch leicht entfernen, indem man das Gas vor der Anwendung durch ein wenig kohlensauren Kalk passiren läßt, während die Gegenwart von Wasserstoff für alle gewöhnlichen Zwecke keinen nachtheiligen Einfluß ausüben kann.

Nach hinreichendem Verbrauch des Gases ist es in gewöhnlichen Fällen am besten, den Bleiglanz und das Zink bloß mit Wasser zu waschen, wornach der Apparat zur weiteren Benutzung bereit ist. Sollen aber größere Quantitäten von Schwefelwasserstoffgas in rascher Aufeinanderfolge dargestellt werden, so kann man einen Apparat benutzen, welcher die Trennung der Salzsäure von den unzersetzten Substanzen gestattet, nachdem das Entbindungsrohr geschlossen wurde.

In solchen Fällen läßt sich jedoch eine noch viel bessere Methode benutzen, welche darin besteht, den erforderlichen elektrischen Contact des Zinkes mit dem Schwefelmetall von dem Aneinanderlegen beweglicher Drähte abhängig zu machen, welche über den Apparat hinausreichen. Dazu ist es nur nöthig, den Bleiglanz und das Zink in Masse anstatt in Stücken anzuwenden und dieselben mittelst Drähten elektrisch zu verbinden, welche durch den Kork des Apparates geführt sind und mittelst geeigneter Verbindungsschrauben miteinander in Contact gebracht werden können. Wenn man besorgt ist, das Zink und den Bleiglanz vor directem Contact zu bewahren, hört die Gasentbindung augenblicklich auf, nachdem die Verbindung der Drähte unterbrochen worden ist, und beginnt wieder, bei Herstellung der Verbindung.

Für diese letztere Methode ist es nothwendig das Zink zu amalgamiren. Ich bemerke übrigens, daß statt des Bleiglanzes jedes Schwefelmetall angewandt werden könnte, welches ein Leiter der Elektricität ist. (Chemical News, vol. XXVII p. 161; April 1873.)

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