Titel: Gewinnung des Silbers in Chili durch Amalgamation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 208/Miszelle 4 (S. 396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj208/mi208mi05_4

Gewinnung des Silbers in Chili durch Amalgamation.

Nach (Fonseca in Revue des Mines etc. par de Cuyper) ist das alte Amalgamationsverfahren dort sehr bedeutend verbessert worden dadurch, daß man Kupferchlorür anwendet. Dieses zersetzt sich mit dem Schwefelsilber in Schwefelkupfer und Silber, welches sich dann mit dem Quecksilber verbindet.

AgS + Cu²Cl + Hg = Ag . Hg + CuS + CuCl.

Hierbei entsteht also gar kein Quecksilberchlorür. Enthalten die Erze Chlor- oder Bromsilber, so setzt man 25 Proc. des Silbergehaltes an Blei in Quecksilber gelöst zu. Es bildet sich dann Chlorblei, und der Quecksilberverlust beträgt nur 25 Proc. des Silbers, während man früher 150 Proc. verlor. Die Erze werden auf Kollermühlen durch gußeiserne Räder von 4 Tonnen Gewicht, welche 10–12 Umdrehungen in der Minute machen, zermalmt. Ein Wasserstrahl führt das fein gemahlene Erz beständig fort, welches in Sümpfen aufgefangen wird. Man bringt je 4 Tonnen in rotirende Fässer, wie sie früher in Freiberg gebraucht wurden. Sie haben 1,5 Meter Durchmesser und sind 1,8 Meter lang. In jedes kommen 28–30 Liter der Kupferchlorürlösung. Man bereitet diese, indem man eine Lösung von Kupfervitriol von 20° Baumé mit Kochsalz sättigt und dann mit Kupferabfällen in Holzgefäßen durch eingeleiteten Dampf kocht. Die Lösung muß vor Luftzutritt bewahrt werden. Man läßt dann die Tonne eine kurze Zeit umgehen, um das Erz und die Lösung gut zu mengen, setzt darauf 20–25 Mal soviel Quecksilber, wie Silber im Erz enthalten ist, zu, und läßt nun 5 Stunden umgehen. Dann wascht man das Silberamalgam aus. Es ist mit Schwefelkupfer und Kupferoxyd verunreinigt. Durch ein starkes Umrühren mit Wasser lassen sie sich größtentheils abschlämmen. Etwas noch zurückbleibendes Kupferoxyd entfernt man durch eine Lösung von kohlensaurem Ammoniak. Das Amalgam kann dann der Destillation unterworfen werden.

Wenn die Erze nicht über 50/10,000 Silber enthalten, hält der Rückstand nur 1,5/10,000 bis 2/10,000 zurück.

Dieses Verfahren paßt für die meisten Erze, nur nicht für Kupferkies, Blende und solche welche freies Arsenmetall enthalten, weil dabei der Quecksilberverlust zu bedeutend ist.

Es lassen sich noch alte Erzrückstände mit 4/10,000 Silber darnach bearbeiten.

(Hannover'sches Wochenblatt für Handel und Gewerbe, 1873, Nr. 24.)

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