Titel: Howard's Wasserröhren-Dampfkessel,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 208/Miszelle 2 (S. 461–462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj208/mi208mi06_2

Howard's Wasserröhren-Dampfkessel,

der von vielen Seiten belobt, von Sachverständigen empfohlen und zuletzt im Engineering vom 6. Juni d. J. als inexplosibel (safe and sure boiler) gepriesen wurde, hat nach dem Engineering vom 13. Juni d. J. (S. 431) die gerühmte Eigenschaft des Nichtzerspringens leider nicht bewährt! In den ersten Tagen dieses Monats (wahrscheinlich am 6. Juni), explodirte nämlich ein solcher Kessel in der Thames-Tunnel Reis-Mühle (London), und veranlaßte außer allerlei Unfällen namentlich den Tod des Heizers.

Das Verdict der Jury, welche die Explosionsursache zu ermitteln hatte, constatirte den Tod des Heizers als eine Folge des Verbrühens (scalding) durch das ausgeströmte heiße Wasser und gab Constructionsschwäche, zu geringe Widerstandsfähigkeit (weakness in construction) als Grund der Zerstörung an.

Hr. Howard wies nach, daß der fragliche Kessel nur mit einem Drucke von 150 Pfd. per Quadratzoll (10 Atmosphären) gearbeitet habe und vorher mit 500 Pfd. per Quadratzoll (33 Atmosphären) unter Anwendung von kaltem Wasserdruck probirt worden sey und versicherte auch, daß er bis jetzt circa 700 Röhrenkessel seiner Construction geliefert habe, ohne daß irgendwo die Explosion eines derartigen Kessels stattgefunden habe. Er konnte jedoch dem Ausspruch der Jury, daß der explodirte |462| Kessel Fehler in der Röhrenschweißung habe erkennen lassen, in keiner anderen Weise begegnen, als daß er behauptete, es müsse der Kessel beim Aufladen oder Abladen, überhaupt beim Transporte, durch heftige Stöße beschädigt worden seyn. Diese Thatsache, die man auch in Deutschland sehr oft wahrnehmen kann, läßt es sehr rathsam erscheinen, die Wasserdruckprobe vor der Inbetriebnahme des Kessels unter allen Umständen zu wiederholen, wenn die zulässige Belastung der Sicherheitsventile (nach Anweisung des Hrn. Handelsministers vom 11. Juni 1871) mit Hülfe des amtlichen Control-Manometers, nach Maaßgabe der genehmigten Dampfspannung, regulirt wird. Prof. Rühlmann. (Hannoversches Wochenblatt für Handel und Gewerbe, 1873, Nr. 25.)

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