Titel: Verfälschung des Pfeffermünzöles mit Ricinusöl und Weingeist.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 208/Miszelle 9 (S. 464–465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj208/mi208mi06_9

Verfälschung des Pfeffermünzöles mit Ricinusöl und Weingeist.

Das amerikanische Pfeffermünzöl wird seit einiger Zeit in bisher unerhörter Weise mit Ricinusöl und Weingeist verfälscht. E. B. Shuttleworth berichtet darüber Folgendes:

„Ein Großhandlungshaus, welches eine Quantität amerikanisches Pfeffermünzöl gekauft hatte, schloß aus einer damit angestellten Probe – Befeuchten von Papier mit demselben und Erwärmen des Papieres, wobei ein Fettfleck hinterblieb –, daß es fettes Oel enthalten müsse, sistirte daher den Weiterverschleiß und schickte mir das Oel (etwa 55 Pfund), um es einer Rectification (mit Wasser) zu unterwerfen. Ich bekam 18 Pfund öliges Destillat, welches sich als untadelhaftes Pfeffermünzöl erwies. Der Rückstand wog 21 Pfd. und war Ricinusöl. Die Summe beider von 55 abgezogen, |465| bleiben 16 Pfund, welche aus Weingeist bestanden, der natürlich mit in das wässerige Destillat übergegangen war. Das Falsificat enthielt also in 100:

32,72Pfeffermünzöl,
38,18Ricinusöl,
29,10Weingeist
––––––
100,00.

Eine eigens in diesem Mengenverhältniß bereitete Mischung unterschied sich im äußeren Ansehen, Geruch und Geschmack nicht merklich vom reinen Oele; ihr specifisches Gewicht war nur unbedeutend niedriger, nämlich 0,894 bei + 15° C.; auch verhielt sie sich gegen Jod wie das reine Oel, und in Weingeist von 0,833 spec. Gewicht löste sie sich vollständig auf.“ (Aus dem American Journal of Pharm., April 1872, durch die Vierteljahresschrift für praktische Pharmacie.)

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