Titel: Verfahrungsarten beim Appretiren von Baumwoll- und Leinenwaaren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 5 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi01_5

Verfahrungsarten beim Appretiren von Baumwoll- und Leinenwaaren.

Statt des Einsprengens appretirter Baumwoll- und Leinenwaaren schlug man schon früher und jetzt wieder den Zusatz eines hygroskopischen Salzes zur Appreturmasse vor, welches den Stoff feucht erhält. Das am meisten gewählte Salz ist Chlorcalcium. Bei vierstündigem Hängen in einem kühlen Raume zieht der Stoff so viel Feuchtigkeit an, daß er direct calandert werden kann. Zur Herstellung einer Appreturmasse dieser Art setzt man je 100 Quart des Kleisters 6 Loth Chlorcalcium zu.

Zum Einsprengen hat man eine große Anzahl von Vorrichtungen vorgeschlagen, welche größtentheils alle bekannt sind. Man tränkt nach einer Methode die Stoffe mit Wasser und schwingt sie in einer Centrifuge aus. Da hierbei aber von der Appreturmasse nothwendig viel verloren gehen muß, so ist diese Methode wohl kaum zweckmäßig. Auch hat man vorgeschlagen, aus einer Spalte Dampf von geringer Spannung gegen das Gewebe streichen zu lassen. Der condensirte Dampf feuchtet hierbei den Stoff an.

Die am häufigsten angewendete und unstreitig vortheilhafteste Methode ist das Einsprengen mittelst einer rotirenden Bürste. Die mit langen Borsten besetzte cylinderförmige Bürste dreht sich mit ziemlicher Geschwindigkeit in einem mit Wasser gefüllten Troge. Seitlich ist ein Blech angebracht, gegen welches die Borsten bei der |79| Bewegung stoßen; nach dem Passiren des Bleches richten sie sich empor und spritzen das aus dem Troge mitgenommene Wasser gleich einem Sprühregen aus.

Eine neuerdings vorgeschlagene Art von Einspreng-Vorrichtung beruht auf der Anwendung des sogenannten Pulverisateurs. Diese kleine, neuerdings zum Verspritzen von Parfüm, Medicamenten etc. vielfach benutzte Vorrichtung besteht aus zwei rechtwinkelig gegen einander stehenden Röhrenspitzen, von denen die senkrecht stehende in die zu verstäubende Flüssigkeit taucht. Bläst man durch die waagerecht stehende Röhre Luft, so saugt die verticale Röhre die Flüssigkeit auf, welche an der Spitze derselben, tropfenweise austretend, von dem darüber gehenden Luftstrom zu einem ganz feinen Staube verspritzt wird. Stellt man eine Reihe solcher Pulverisateurs in einem langen Gefäß neben einander auf, so erhält man eine ganz hübsche Einspreng-Vorrichtung. Nur hat man darauf zu achten, daß keine fremden Stoffe in das Wasser fallen, weil diese die Röhren verstopfen und die Wirkung des Apparates unregelmäßig machen würden. (Reimann's Färberzeitung, 1873, Nr. 17.)

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