Titel: Verzinnte Gewebe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 2 (S. 153)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi02_2

Verzinnte Gewebe.

Wie Richard Jacobsen in dem demnächst erscheinenden neuesten Heft von Dr. E. Jacobsen's chemisch-technischem Repertorium mittheilt, kann man auf folgende Weise leinene oder baumwollene Gewebe mit einem dichten, silberglänzenden und biegsamen Ueberzug von Zinn versehen: man rührt zu dem Ende käuflichen Zinkstaub mit einer Auflösung von Eieralbumin zu einem dünnflüssigen Brei an und trägt letzteren mittelst Pinsel oder Walze auf die Leinwand u.s.w. auf. Nach dem Trocknen fixirt man den Ueberzug, indem man das Albumin durch heiße Wasserdämpfe coagulirt und bringt das Gewebe dann in eine Auflösung von Chlorzinn. Das Zinn schlägt sich in höchst fein vertheiltem Zustande auf dem Zink nieder. Man wäscht hierauf das Gewebe mit Wasser ab und bringt es nach dem Trocknen in die Satinirmaschine; durch das Satiniren tritt das Zinn als glänzender Ueberzug auf dem Zeuge hervor. Es lassen sich so durch Bedrucken oder Schabloniren von Zeugen sehr hübsche Effecte erzielen, welche die Verwerthung dieses Verfahrens für decorative Zwecke nahe legen, auch wäre solche verzinnte Leinwand u.s.w. als elegantes, widerstandsfähiges und wasserdichtes Verpackungsmaterial dem Stanniol sicherlich in vielen Fällen vorzuziehen.

Für sogenannten Silberdruck auf Hutfutter, Möbelstoffe u.s.w. ist Zinnpulver schon im Jahr 1859, allerdings nach einem wesentlich anderen Verfahren als dem hier vorgeschlagenen, von dem Chemiker O. Meister in Chemnitz mit gutem Erfolg angewendet worden. Das Zinnpulver, welches Meister „Argentine“ nannte, wurde mit einer ammoniakalischen Caseïnlösung als Bindemittel aufgedruckt, sowohl zur Herstellung der Druckfarbe, als auch der Schlichte. (Deutsche Industriezeitung, 1873, S. 209.)

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