Titel: Der Magnesitverband für chirurgische Zwecke; von E. Küster.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 3 (S. 153–154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi02_3

Der Magnesitverband für chirurgische Zwecke; von E. Küster.

Das Material zu diesem Verbande bildet das gewöhnliche Wasserglas und möglichst fein gepulverter Magnesit38) (natürliche kohlensaure Magnesia). Bringt man eine Wasserglaslösung mit gepulvertem Magnesit zusammen, so daß ein dünner Brei entsteht, so bildet sich im Laufe von circa 24 Stunden eine feste, steinharte Masse. Der Verband wird in folgender Weise angelegt: Nachdem das Glied mit einer Unterlage von Flanellbinden umwickelt ist, rührt man Wasserglaslösung, etwa 3 Theile, mit 1 Theil Magnesit so zusammen, daß in die Wasserglaslösung geringe Mengen des Pulvers geschüttet und sofort umgerührt wird; auf diese Weise wird die Vertheilung gleichmäßig, während wenn man die ganze Pulvermenge auf einmal zuschüttet, der Brei klumpig und ungleichmäßig wird. Ist nun ein dünner Brei entstanden, so zieht man durch denselben ein oder mehrere leinene Binden, welche vollkommen durchtränkt seyn müssen, aber sofort wieder aufgerollt werden. Die so präparirten Binden werden nun in doppelter, höchstens dreifacher Lage, über die Flanellbinde angelegt, und damit ist der Verband fertig, welcher in 24 bis 36 Stunden eine fast steinartige Festigkeit zu bekommen pflegt. Bis zur vollkommenen Erhärtung muß natürlich das eingewickelte Glied ruhig gehalten werden, dann aber verträgt der Verband jede Last und ist von einer solchen Dauerhaftigkeit, daß er nach Monaten noch dasselbe Aussehen hat, wie zu Anfang. Gegen den Gypsverband bietet dieser Magnesitverband nachverzeichnete Vortheile: 1) die größere Leichtigkeit des Verbandes; 2) die |154| bedeutendere Haltbarkeit des Verbandes; 3) die Reinlichkeit, Einfachheit und Schnelligkeit des Anlegens; 4) die größere Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit; 5) die Möglichkeit, das Verbandsmaterial lange aufzubewahren; 6) die Billigkeit des Verbandes. (Deutsche Klinik.)

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Meiner Beobachtung zufolge dürfte sich zu genanntem Zwecke fein gepulverter Dolomit (eine Verbindung von kohlensaurer Magnesia und kohlensaurem Kalk) gleichfalls ganz vortrefflich eignen. Dr. Rud. Böttger.

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