Titel: Ueber den Wassergehalt der caustischen Soda; von N. Glendinning und A. J. M. Edger in Newcastle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 6 (S. 155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi02_6

Ueber den Wassergehalt der caustischen Soda; von N. Glendinning und A. J. M. Edger in Newcastle.

Wenn caustische Soda, welche außer dem Hydratwasser noch überschüssiges Wasser enthält, aus dem geschmolzenen in den festen Zustand übergeht, so zerfällt sie in Theile von ungleichem Alkaligehalt.

Bei der Fabrication dieses Artikels pflegt man die Masse, wenn sie hinreichend abgedampft ist, im heißen Zustande in Fässer zu gießen, in denen sie beim Erkalten erstarrt. Man bringt dabei eine Probe der Masse auf ein Silber- oder reines Eisenblech, und nach dem Alkaligehalt dieser Probe bestimmt man den Preis der Waare. Wenn man nun später, nachdem die caustische Soda in dem Fasse erkaltet ist, eine Probe derselben nimmt und alkalimetrisch untersucht, so kann es wegen des oben erwähnten Zerfallens der Masse in Theile von verschiedenem Alkaligehalt vorkommen, daß dieselbe in ihrem Alkaligehalt um mehrere Procent von der beim Eingießen der Masse in das Faß genommenen Probe abweicht. Da dieser Umstand oft Streitigkeiten zwischen Fabrikanten und Käufern veranlaßt hat, so haben die Verf. zu bestimmen gesucht, wie die alkaliärmeren und die alkalireicheren Theile in dem Fasse vertheilt sind, und aus welchem Theile des Fasses man eine Probe bekommen kann, welche den durchschnittlichen Alkaligehalt der Waare repräsentirt. Ein Faß mit caustischer Soda, welche nach der beim Eingießen in das Faß genommenen Probe 66,8 Proc. Natron (NaO) und außer dem Hydratwasser noch ungefähr 6 Proc. Wasser enthielt, wurde in der Mitte quer gegen die Achse durchgeschnitten, und von der Masse wurden folgende Proben genommen: A von der Außenseite, nicht mehr als 1 Zoll nach der Mitte hin; B von einer Stelle, welche dem Mittelpunkt um etwa 5 Zoll näher war; C aus der Mitte. Der Halbmesser des Fasses betrug 11 Zoll. Die Untersuchung der Proben ergab, daß A 66,9, B 69,7, C 61,6 Proc. Natron enthielt. Die Probe von der Außenseite stimmte hiernach im Alkaligehalt mit der beim Eingießen in das Faß genommenen Probe nahezu überein.

Die Verschiedenheit des Alkaligehaltes in der Masse aus verschiedenen Theilen des Fasses rührt, wie eine weitere Untersuchung ergab, hauptsächlich von einem verschiedenen Wassergehalt, in gewissem Maaße aber auch von Chlornatrium und schwefelsaurem Natron her, welche in der Probe C in größter Menge gefunden wurden. Ob diese Verschiedenheit größer oder geringer ist, hängt von dem Wassergehalt der Masse, von der Temperatur derselben beim Eingießen in das Faß und von der Größe des Fasses ab. Caustische Soda von sehr niedrigem Alkaligehalt hat, sofern derselbe durch Wasser bedingt wird, wahrscheinlich wenig oder gar keine Neigung, sich in Theile von verschiedenem Gehalt zu sondern, da ihre Temperatur beim Eingießen in das Faß verhältnißmäßig niedrig seyn, und deßhalb ein rascheres Erstarren der ganzen Masse eintreten wird. (Chemical News, vol. XXVII p. 199.)

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