Titel: Parasiten-Erzeugung durch Cloaken-Berieselung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 8 (S. 156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi02_8

Parasiten-Erzeugung durch Cloaken-Berieselung.

Für die Anhänger der Canalisation großer Städte und Berieselung von Wiesen oder Ackerflächen durch die abgeleiteten menschlichen Auswurfsstoffe dürfte die im „Centralblatt für Agriculturchemie“ von Dr. R. Biedermann, 1872 Heft 4, enthaltene Mittheilung von Interesse seyn, daß Dr. J. Spencer Cobbold die Berieselung der Wiesen mit diesen Stoffen für gefährlich erklärt, weil aus der allgemeinen Einführung derselben, wie sie namentlich in England, Holland und in Berlin von Hobrecht befürwortet wird, die Wahrscheinlichkeit, wenn nicht Gewißheit, einer raschen Zunahme von Parasiten unter Menschen und Thieren entsteht. Wenn auch die auf den überrieselten Flächen weidenden Thiere nicht so leicht mit Parasiten sich anstecken werden, wie dieß auf experimentellem Wege möglich ist, so ist doch die Gelegenheit, die verschiedenartigsten Parasiten zu bekommen, sehr günstig. Nach der Mittheilung von Dr. Menning verlor ein Oekonom in Portobello bei Edinburg, der seine Kühe auf überrieselten Wiesen weiden ließ, binnen drei Jahren 92 Stück, und einer der größten Viehzüchter in Schottland verkauft seine Kühe stets nach drei Monaten, da er aus Erfahrung weiß, daß sie bei längerem Weiden auf den berieselten Wiesen die Lungenseuche bekommen würden. Besonders groß soll die Uebertragung von Finnen seyn, da die Bandwürmer höchst unempfindlich gegen Trockenheit und Kälte sind und sich besonders leicht in unreinem Wasser entwickeln; ebenso unempfindlich sind die Embryonen von Ascariden. (Apotheker-Zeitung.)

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