Titel: Ueber Benutzung der Condensationswässer zur Kesselspeisung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 2 (S. 235–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi03_2

Ueber Benutzung der Condensationswässer zur Kesselspeisung.

Dabei muß man stets bedacht seyn, etwaige zu große Mengen von Fett entweder durch Verseifung oder durch vorherige gänzliche Entfernung unschädlich zu machen. Denn die Gefahr, unbenetzte Stellen an den Kesselwänden zu erzeugen, ist zu einleuchtend, als daß irgend eine Vorsichtsmaßregel versäumt werden sollte. Zur Verseifung der Fettstoffe wird gewöhnlich dem Condensationswasser Soda in gehörigen Mengen zugesetzt. Zur gäuzlichen Entfernung der Fettstoffe dagegen hat G. Schnackenberg |236| (Mittheilungen des Magdeburger Vereines für Dampfkesselbetrieb) folgendes schon früher empfohlene Verfahren bei einer größeren Kesselanlage, die hauptsächlich mit Condensationswasser gespeist wird, mit Erfolg eingeführt. – Das zu reinigende Wasser wird in ein Reservoir geleitet, mit dem noch 2 kleinere in Verbindung stehen. Diese Behälter, welche mit kräftigen Rührwerken versehen sind, werden abwechselnd bis zu 3/4 vollgefüllt und dann Petroleum hinzugefügt. Die Rührvorrichtung wird ca. 5 Minuten in Bewegung gesetzt und läßt man die Mischung dann 55 Minuten absetzen. Es sammelt sich sodann alles Petroleum über dem Wasser, nachdem es die Fettstoffe desselben aufgenommen hat. Schnackenberg's Beobachtungen stimmen ziemlich überein mit denen von Cail in Paris, der das Verfahren zuerst angegeben hat, und nach denen sich durchschnittlich 2 Decigrm. Fett pro Pferdekraft und Tag bei kleineren Maschinen und höchstens 100 Grm. pro Tag für eine Maschine von 100 Pferdekräften bilden. Um zu Probiren, ob das Petroleum seine Wirksamkeit verloren hat, nimmt man 1/4 Liter Wasser aus dem Reservoir, gießt in dasselbe einige Tropfen Aetznatronlauge und läßt es kochen. Wenn sich nach Verlauf von einigen Minuten ein Schaum bildet, so zeigt dieß, daß das Petroleum nicht mehr seine ganze Wirksamkeit besitzt und erneuert werden muß. Um das verwendete Petroleum wieder zu gewinnen, destillirt man es in einer Blase mit den gewöhnlichen Vorsichtsmaßregeln. Die Fettstoffe und ein wenig Petroleum bleiben zurück und können an Seifensiedereien verkauft oder zu Maschinenschmiere benutzt werden.

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