Titel: Die Verwerthung der durch den Rost gefallenen Cinder
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 3 (S. 236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi03_3

Die Verwerthung der durch den Rost gefallenen Cinder

hat man, wie Chary im westphälischen Ingenieurverein mittheilte, auf der Dortmunder Hütte in der Weise versucht, daß man in einem Schachtofen gepreßten Wind über glühende Cinder leitete. Das so gebildete Kohlenoxydgas wird dann z.B. zur Kesselheizung verbrannt und erzeugt eine Flamme von mehreren Fuß Länge. Die größte Schwierigkeit macht die Entfernung der Schlacken. Die Versuche sind noch nicht beendet, es soll ein größerer Ventilator aufgestellt werden etc., doch hat sich schon so viel herausgestellt, daß 2 Kil. Cinder, durch Auslesen mit der Hand von den gröbsten Schlacken gereinigt, einen Heizeffect geben gleich dem von 1 Kil. Kohle. – Ingenieur Asthöwer hielt in dieser Frage eine gute Separationsvorrichtung für das Wichtigste. Die nasse Aufbereitung habe den Uebelstand, daß sie große Plätze zum Trocknen der gewaschenen Kohlenstückchen erfordere, und diese dann doch noch meist in feuchtem Zustande zur Verwendung kommen. Vielleicht ist es möglich, ähnlich wie bei Getreide-Reinigungsmaschinen, einen Windstrom zur Absonderung der Schlacken zu benutzen. – Ingenieur Mosler hat früher bei Funke und Hueck in Hagen, in Gemeinschaft mit Hrn. Schröder aus Kreuznach, Bausteine aus Cindern mit Kalkzusatz angefertigt, dieselben saugten aber derart Wasser an, daß beispielsweise in einem daraus erbauten Pferdestall die Jauche bis zur Decke stieg. Bei einem heftigen Platzregen floß dann der gesammte Vorrath an fertig gestellten Steinen auseinander, und die Versuche hatten ein Ende. Später wurde versucht, die Cinder auf einem sogen. Pultroste mit Unterwind zu verbrennen. Es bildete sich aber schon nach 10 Minuten ein festes Schlackengewölbe, welches keinen Wind mehr durchließ. Untersucht man die Cinder auf ihren Brennwerth durch Verkohlung im Kleinen, so ergibt sich als Durchschnittsresultat, daß Cinder, welche nur durch Auslesen mit der Hand von den gröbsten Schlacken befreit sind, 26,7 Gewichtsprocente oder 10,5 Volumprocente an unverbrennbaren Rückständen ergeben.

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