Titel: Ueber die Extraction der Seide aus halbseidenen Stoffen
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 11 (S. 317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi04_11

Ueber die Extraction der Seide aus halbseidenen Stoffen

theilte Dr. Hofrath Dr. Wagner in der „deutschen „Industrie-Zeitung“ nachstehende Bemerkungen von Dr. Heinzerling mit:

Bekanntlich werden seit einigen Jahren die ganz seidenen Stoffe auf Kunstseide verarbeitet, und zwar in einer Fabrik in Cöln bei Meißen. (Die Kunstseidenspinnerei, welche einige Jahre lang in Cöln bei Meißen bestanden hatte, ist im Jahre 1870 an eine Actiengesellschaft verkauft und nach Erfenschlag bei Chemnitz verlegt worden. Diese „Chemnitz-Erfenschlager Seiden- und Seidenshoddyspinnerei“ hat sich im vorigen Jahre in eine „Floretseiden-Kämmerei und Spinnerei“ umgewandelt. Die Red. d. d. Ind.-Ztg.) Soweit es dem Verf. bekannt ist, hat man noch keine Versuche gemacht, auch die in den halbseidenen Stoffen enthaltene Seide zu verwerthen, nämlich in der Weise, daß man die Baumwolle zerstört und die Seide zurückläßt, wie dieß bei den halbwollenen Stoffen ausgeführt wird. Der Verf. hat darauf hinausgehende Versuche ausgeführt, und gefunden, daß Mineralsäuren nicht angewendet werden können, da in allen Fällen Zerstörung der Baumwollen- mit der Seidenfaser stattfindet. Auf einem anderen Wege, welcher an Billigkeit und rascher Ausführung nichts zu wünschen übrig läßt, ist es ihm jedoch gelungen den Zweck vollständig zu erreichen. Die erhaltene Extractseide hat in ihrer Güte, sowie in der Farbe durch die Operation nicht gelitten und kann nach Durchgang durch den Wolf und die Drousette zum Verspinnen kommen, entweder für sich allein, oder im Gemisch mit neuer Seide, je nach der Güte des Rohmateriales (halbseidener Lumpen). Sie ist als Kunstextractseide der aus ganz seidenen Stoffen gewonnenen Kunstseide vorzuziehen, weil die Faser keine solche Zerstückelung durch den Wolf und die Drousette erleidet. Der Verf. behält sich eingehende Mittheilungen über die technische Verwerthung des Verfahrens vor.

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