Titel: Die Wasserhaltung mittelst Centrifugalpumpe der Grube Luther's Linde bei Muldenstein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 2 (S. 313–314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi04_2

Die Wasserhaltung mittelst Centrifugalpumpe der Grube Luther's Linde bei Muldenstein.

Die Grube Luther's Linde ist eine Braunkohlengrube mit Tagebau und hatte früher eine gewöhnliche Wasserhaltungsmaschine mit Saugsätzen, deren Größe eben genügte, die normal zufließende Wassermenge zu bewältigen.

Als jedoch ein wolkenbruchartiger Regen den ganzen Tagebau so angefüllt hatte, daß bei größter Anstrengung der Maschine kaum eine Wasserabnahme zu bemerken war, wurde zur Entleerung der Grube eine Locomobile mit Centrifugalpumpe aufgestellt und dadurch die Arbeit in einigen Tagen vollendet.

Die Einfachheit des Betriebes veranlaßte die Besitzer bei der im vorigen Jahre erfolgten Vergrößerung der Pumpenanlage wieder zur Aufstellung einer Locomobile |314| nebst Centrifugalpumpe. Die Flügelscheibe der letzteren macht bei einem Durchmesser von 260 Millimet. (10 Zoll) etwa 1300 Umdrehungen pro Minute, und hebt die Pumpe durch 105 Millimet. (4 Zoll) weite Röhren ein Wasserquantum von rund 2 Kubikmeter (60 Kubikfuß) pro Minute bis zu einer Höhe von 15 Meter. Dabei kommt auf die Saughöhe = 6,500 Meter, auf die Druckhöhe = 8,500 Meter. Die Locomobile steht etwa 7 Meter über der Pumpe.

Die Pumpe ist seit sechs Monaten im Betriebe und arbeitet bei normalen Wasserzuflüssen täglich etwa fünf Stunden, bei einem Verbrauche von etwa 2 Hektoliter Braunkohle pro Stunde.

Es hat sich nach dieser Betriebszeit, welche gleichzeitig die Wintermonate umfaßt, herausgestellt, daß die Anlage für den vorliegenden Fall äußerst zweckmäßig ist und für alle ähnlichen Fälle empfohlen werden kann. Die Pumpe arbeitet mit dem schmutzigen Wasser sehr gut und hat nur vor einigen Tagen, also nach einem halbjährigen Betriebe neue Compositionslager bekommen, während gewöhnliche Schachtpumpen, inzwischen sehr viel Liderungsmaterial verbraucht haben würden. Nach einem Stillstande hebt die Pumpe meist von selbst an, nur selten bleiben dann unter der Klappe des Luftventiles einige Kohlenstückchen, welche mit durch den Saugkorb gerissen sind, und verursachen dann diese einen Aufenthalt von etwa einer halben Stunde. Mittheilung von Hrn. Meisel. (Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure, 1873, Bd. XVII S. 384.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: